kids and me

... neues vom kinderarzt ...
 
 

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nicht lustig

rote lollis oder kaugummis
kekse essen
sandkastenbuddeln
neue geschenke ausprobieren (besonders: pischtolen und schwerter)
eisessen
schwimmbad
freund mitbringen 

... achso. neinnein, falsch verstanden:

das ist schon alles völlig ok und bringt spass.
aber: bitte bitte bitte - nicht unmittelbar vor dem kinderarztbesuch. es gibt dann nämlich nichts tolleres als zuckeraufgeputschte versandelte aufgedrehte kinder mit lollirotem wahlweise schlumpfeisblauem rachen. am schönsten immer die ankündigung dann der mutter: "sie, der ist sooo krank. ich glaub, der hat´s im hals. der liegt nur schlapp auf der couch."

gibts nicht? gibts. 



hinweis

dreimal täglich heißt nicht, dass man sein kind um 24 uhr wecken muss, um den 8-stunden-rhythmus beizubehalten.


evolution der fortbewegung

früher:
robben - krabbeln - laufen - dreirad - fahrrad

heute:
robben - krabbeln - gehfrei - kinderwagen schieben - laufen - auf kiddy-board stehen - bobbycar - dreirad mit stange zum schieben - roller mit drei rädern - roller mit 2 rädern - laufrad - fahrrad mit stützrädern - kindertandem - fahrrad

auf die durchgestrichenen kann oder darf oder soll man verzichten - braucht ein kind nicht, fördert nicht die entwicklung, macht nur faul (stange, kindertandem, kiddy-board), unsicher (stützräder) oder ist sogar gefährlich (gehfrei).

ja, ist denn schon weihnachten

neinnein, ich mach mich nicht lustig über die sprache unserer ausländischen mitbürger, aber heut musste ich doch schmunzeln:

"cherr dokter, ich gäben schon cherze (kerze?), aber chaben nicht geholfen."

nun? rätsel? ... ist so ähnlich wie:

"dottore, habbe schon schnäps-che gebbe, aber immer noch kranke." 

 

nochmal masern in süddeutschland

hier interessanter bericht zur lage in baden-württemberg, dem musterländle, leider nicht in sachen masernschutz - inzwischen 150 kinder erkrankt, und die freiburger schliessen eine schule für alle ungeimpften kinder - richtiger und mutiger schritt. hatten wir damals in nrw auch.

bitte lesen. 

multitasking

nein, frauen sind nicht multitasking -fähig, also zumindest nicht die mütter, die ich kenne. da muss ich doch ganz klar mit einem vorurteil aufräumen.

wenn eine mutter ihren säugling oder auch ihr kleinkind vorstellt, und ich mit meiner anamnese beginne, kommt unweigerlich der punkt, wo sie ihr kind ausziehen muss. da stehe ich dann daneben, und kann noch nichts effektives tun. damit hier kein peinlichen pausen entstehen, frage ich meist noch dieses und jenes ("hat sie denn auch fieber?" - "und wo ist der ausschlag genau?" )

glaubt ihr, da schafft es eine mutter, ihr kind weiter auszuziehen und mir zu antworten? keine. sie macht pause, mitten im ausziehen. nur der eine verschluss der windel steht auf, das sweatshirt hängt mitten über den ohren, das kind sieht nichts mehr, beginnt schon zu ersticken ("mamaaa, ich seh nichts mehr, mamaa!" ). aber nein. die mama macht pause und spricht mit mir.

ohje.

ganz anders bei mir - wir männer können das. die mütter stocken immer in ihren ausführungen, wenn ich auf dem bauch des kindes taste oder dem kind in die ohren schaue, so, als ob sie rücksicht nehmen wollten. ist schon ok, liebe mütter. ich kann das parallel.

am ende tippe ich auch meine befunde in den pc ein, während mama ´s bobele wieder anzieht - ich frage nebenbei "sonst alles ok?" - und die mutter schweigt - weil sie ja sieht, dass ich an der tastatur hänge, und außerdem ist sie ja grad beim anziehen. erst wenn ich kurz den blick fragend hebe - kommen noch ein oder zwei fragen - und ´s bobele steht mit nur einem schuh da.

nein, mütter sind nicht multitasking-fähig. wer etwas anderes behauptet, war noch nie in meiner praxis.

 

he´s gonna hit you

ich habe auch ein paar eltern, die nur englisch sprechen, also zum beispiel afrikaner oder japaner oder koreaner oder so. mein englisch selbst ist imho ganz ansehnlich, und ich setze es auch gerne mal ein. umso spannender, wenn eltern das nicht wissen.

setting: afroamerikanische mama mit baby am wickeltisch, letzteres wird von mir untersucht. großer bruder untersucht hingegen das zimmer - vielleicht vier oder fünf jahre alt. das findet so in den augenwinkeln statt. da ich multitaskingfähig bin, bleibt mir aber so etwas nicht verborgen.

unklugerweise hatte ich mein stethoskop ausgerechnet auf den puzzles abgelegt, die die kinder immer anschauen und bespielen, wenn sie auf ihre mama und das kleine geschwisterkinder (nervignervig) warten müssen.

der bruder war natürlich plötzlich viel mehr von meinem stethoskop als von den puzzle angezogen, begutachtete es - wirklich sehr vorsichtig - von allen seiten. währenddessen bin ich am hautinspizieren ohrengucken usw.

bewegung an meiner seite - mama wendet sich bruder zu (zischelnd):

"hey,  leave that alone, do you hear me?" - wohl keine reaktion, denn kurz danach:"leave that alone, that´s the doctor´s, if he sees that, he is gonna hit you..."

wow. ich habe dann mal die mutter gefragt, ob sie noch alle tassen im schrank habe. völliges unverständnis ihrerseits. sie antwortete, ich würde ihm doch sehr wohl auf die finger hauen, wenn er weiter mit meinem stethoskop spielen würde. völliges unverständnis ihrerseits, dass ich prinzipiell keine kinder schlagen würde. auch auf meine anmerkung, dass dies auch für sie kein probates erziehungsmittel sei - völliges unverständnis.

erst als ich ihr in aussicht gestellt habe, dass das schlagen von kindern einer straftat gleich komme, verstand sie.

neben den üblichen "wenn du dich nicht benimmst, holt der dokter die grosse spritze" war das bisher die verlogenste, feigste und auch frechste drohung, die ich gehört habe.

hallo leute? was geht in euren wohnungen so vor? 

beruhigungs(?)kommentare

"is schon gut, is schon gut, is schon gut ..."
"neinneinneinneinneinneinnein ..."
"ein indianer heult doch nicht ..."
"jetzt stell dich nicht so an..."
"schau mal, der dokter lacht dich ja aus, wenn du weinst."
"oh mein schatzi, komm, alles nicht so schlimm, na komm, mama hat dich lieb, kommkommkomm."
"so ein böser onkel, gell? alles wird wieder gut."
"neinneinnein, mussu nich weine, machen wir nie wieder." (es kommen aber noch ein paar!)
"tamam, tamam."
"schau mal, nur ein kleines pieksi."
"gutgutgutgutgutgutgutgut..."
"ja komm, der sturz vom wickeltisch gestern war ja wohl schlimmer." (??)
"das hat ja wohl jetzt nicht wehgetan!"
"das erzählen wir heute dem papa, wie tapfer du warst, ok!"
"super toll, ganz prima gemacht, mein schatz."

auch schon mal ein schweigen im walde.

auch schon mal, dass ich das kind getröstet habe, weil die mama keinen anlass sah - oder selbst blass auf dem stuhl sass.

und wenn das kind mal nicht weint: wieso wird eigentlich immer nur das kind gelobt, wie tapfer es war, und wieso lobt mich keiner, wie gut ich geimpft habe?

was´n das?

aus einem arztbrief:
"ninamariejaqueline wurde erfolgreich an ihrem leidensbuch operiert."

das arme kind. 

eine fabel

Vor langer Zeit beschlossen die Tiere, dass etwas Heroisches geschehen müsse, um die Anforderungen einer neuen Welt meistern zu können.

Sie gründeten daher eine Schule, und erstellten einen Lehrplan, der vor allem motorische Fähigkeiten vermitteln sollte. Als Fächer wurden ausgewählt: Rennen, Klettern, Schwimmen und Fliegen. Der Einfachheit wegen sollte der Lehrplan für alle Tiere verbindlich sein.

Die Ente erbrachte von Anfang an ganz exzellente Leistungen im Schwimmen, bessere sogar als der Schwimmlehrer. Im Fach Fliegen schaffte sie allerdings nur eben ausreichende Leistungen, beim Rennen genügten die Leistungen jedoch nicht mehr. Deswegen musste sie ihre Aktivitäten im Schwimmen reduzieren und Nachsitzen, um im Rennen sich zu verbessern. Dadurch lasierte sie ihre Schwimmflossen so sehr, dass sie nur noch mittelmäßige Schwimmleistungen zustande brachte. Mittelmäßige Leistungen galten aber durchaus als erfreuliche Schulerfolge, weswegen sich niemand, außer der Ente selbst, darüber groß Gedanken machte.

Das Kaninchen bot weitaus die besten Leistungen im Fach Rennen, erlitt jedoch einen Nervenzusammenbruch, weil es beim Schwimmen immer Nachhilfeunterricht benötigte.

Das Eichhörnchen war Klassenbestes im Klettern, zeigte sich aber zutiefst frustriert im Fach Fliegen, weil der Lehrer von ihm forderte, vom Boden auf die Spitze eines Baumes zu fliegen, anstatt von der Spitze zum Boden. Weil das Eichhörnchen zu intensiv trainierte, bekam es einen fürchterlichen Muskelkater, mit dem wiederum nur schlechte Noten im Klettern und Schwimmen zu gewinnen waren.

Der Adler stellte sich sehr bald als absolutes Problemkind heraus, das sehr streng zur Disziplin angehalten werden musste. Beim Klettern war er allen anderen Tieren überlegen, wenn es galt die Spitze eines Baumes zu erreichen. Jedoch war er durch nichts davon abzubringen, nur auf seine eigene Weise _ nämlich fliegend _, und nicht wie im Lehrplan vorgeschrieben kletternd, die Baumspitze zu erreichen.

Am Ende des Schuljahres hatte ein leicht verhaltensgestörter Aal das beste Zeugnis vorzuweisen. Er konnte besonders gut schwimmen, jedoch waren seine Leistungen in den Fächern Rennen, Fliegen, Klettern nur mittelmäßig. Als Klassenbester durfte er jedoch bei der Schulabschlussfeier die Klassenrede halten.

Die Präriehunde blieben dagegen der Schule fern. Sie weigerten sich auch Steuern zu zahlen, weil die Regierung nicht bereit ge-wesen war, auch das "Höhlengraben" in den Lehrplan aufzunehmen. Sie gaben daher ihr Kind bei einem Dachs in die Lehre.

Später bildeten sie dann mit den Erdhörnchen und den Murmeltieren eine Selbsthilfegruppe, mit dem Ziel, eine freie Schule zu gründen.

aus: Kolb, B., Wishaw, I.Q./Fundamentales of Human Neuropsychologie/Beginn Chapter 29, Learning Disorders

Falls mal wieder jemand nach Ergotherapie fragt ...