kids and me

... neues vom kinderarzt ...
 
 

kurze weisheit zum abend

je später die sprechstunde, desto unerfahrener die eltern und desto aufwändiger die beratung.

ungelogen gestern und heute jungen eltern mit jeweils zweiwöchigen säuglingen über jeweils 30-40 minuten verklickert, wie man a) stillen und flasche auf die reihe bekommt b) den nabel richtig pflegt c) dass man mit einem säugling auch spazierengehen kann d) wie ein normaler neugeborenenstuhlgang aussieht e) was dieses pickelchen und solches hippelchen bedeutet und f) welche vorsichtsmaßnahmen es gibt, dem plötzlichen kindstod ein schnippchen zu schlagen. und so weiter und so fort.

hallo, bin ich hebamme oder was? manchmal denke ich, die hebammen hier im umkreis geben überhaupt kein wissen mehr weiter, hauptsache auf du mit den eltern und hauptsache schon mal ein paar globuli dagelassen. aber eine normale solide wochenbettberatung bekommen die nicht hin.

ok ich steigere mich jetzt etwas rein, es gibt auch hier solche und solche, und alle mitlesenden hebammen sind natürlich ausgenommen - aber heute hats mir echt gereicht.

und ja: dafür sehe ich keinen cent. keinen cent. null. nix. alles privatvergnügen. 

10.3.09 18:46

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bisher 10 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Nina (10.3.09 23:27)
Vielleicht hatten die Eltern eine so tolle Hebamme, die zu jeder Frage drei Romane erzählen muss. Dann bleibt für die anderen 80 wichtigen Fragen keine Zeit mehr. Statt einfach mal eine geschlossene Frage mit "Ja" oder "Nein" zu beantworten. Solche Hebammen soll es (leider) ja geben, hier im Norden kenne ich sogar so ein Exemplar. Und die erzählen einem dann übrigens auch, dass zu frühes Rausgehen sehr gefährlich sein kann, weil das Kind sich ja noch mit allen möglichen Krankheiten anstecken und daher die ersten vier Wochen mal lieber im Haus bleiben sollte. Und Spazierengehen "einfach so" um der frischen Luft Willen ist ja eh schlecht fürs Kind, weil man es dann zuviel verwöhnt. Rausgehen soll man eigentlich nur, wenn man Besorgungen zu machen hat. Schließlich ist die Elternzeit nicht dazu da, viel Zeit mit dem Kind zu verbringen sondern um dem Kind zu zeigen, dass Mama viel zu tun hat und dass es gefälligst dann mal seine eigenen Bedrüfnisse zurückstellen soll.

Tut mir Leid, weder Ironie noch Scherz, sondern eine Zusammenfassung der Weisheiten, die ich mit auf den Weg bekommen habe.


Blogolade / Website (11.3.09 08:36)
oha, da gruselt es mir auch und ich durfte feststellen, dass meine Hebamme echt gut war.

Beim lesen des Textes hatte ich auch eher den Eindruck, dass die Eltern überhaupt keine Hebamme haben


kinderdok / Website (11.3.09 08:52)
@blogolade - doch haben sie - und ich kenne ja meine pappenheimerinnen hier in der gegend - keine gescheite beratung, aber als erstes mal gegen impfungen lästern, vor dem schlechten wetter warnen (tatsächlich!) und eben zuckerkügelchen verteilen für den nabel, die akne, die koliken, die eltern.


Schussel / Website (11.3.09 09:05)
Dann haben wir wohl eine gute Hebamme, die hat uns das nämlich alles erzählt. Der Kinderarzt allerdings bei der U2 und U3 auch nochmal, ganz ungefragt, das wurde einfach neben der Untersuchung von alleine abgespult - der kennt wohl seine Pappenheimer auch


Kathrin / Website (11.3.09 10:27)
Kannst du denn mal einen Tipp geben, wie man eine gute Hebamme findet? Kann man den örtlichen Kinderdok nach Tipps aushorchen (auch wenn noch kein Kind da ist?).

Als Mensch mit gesundem Menschenverstand, würde ich mich auch auf den Rat meiner Mutter verlassen - die hat mich schließlich auch ganz ohne Hebamme und eigene Erfahrung nur mit de Rat ihrer Mutter (ich wurde als neugeborenes 7-Monatskind adoptiert) großgekriegt. Dann gibt's ja auch noch genug Bücher, von denen man sich am besten EINS aussucht und sich ein bisschen daran orientiert (Aber wirklich nur nur eins, sonst wird's verwirrend, die erzählen ja alle was anderes, kann als Buchhändlerin ein Lied davon singen...).

Mal ganz nebenbei: Wie macht man das eigentlich? Stellt man sich als Schwangere beim zukünftigen Kinderdok (ich hab hier einen 50 weiter, den würde ich natürlich favorisieren) schonmal vor oder kommt man, wenn man mit dem Baby aus der Klinik raus ist einfach so für die U2 oder U3 in die Sprechstunde?

@ Nina: Ich wohn auch im Norden, hoffentlich kriege ich dein Exemplar nicht eines - leider gerade wieder sehr fernen :-( - Tages ab...


Zwölfe / Website (11.3.09 10:38)
Hm, wie haben bloss die Mütter früher ohne Hebammenbetreuung ihre Kinder gross bekommen, frag ich mich, wenn ich Kinderdocs Beitrag lese.

Als meine ersten drei Kinder geboren wurden 1992 - 1996 war eine Nachsorgehebamme noch total unüblich, jedenfalls dort wo wir wohnten und das war nicht in der Pampas

Ich denk, es hat auch was mit dem "Wissen wollen" zu tun und nicht perse mit der Unfähigkeit der Hebamme.


Blogolade / Website (11.3.09 14:07)
Auf die Idee wäre ich nicht gekommen, mich wegen komischen Wetters einsperren zu lassen. Gibt doch genug warme Klamotten.

Kathrin: Empfehlungen von schon-Müttern und vom Frauenarzt. Viele Hebammen haben auch Homepages, wo du dir einen Überblick verschaffen kannst.

Mit 7 Monaten warst du schon "aus dem gröbsten raus" die meisten Fragen tauchen auf, wenn das Kind noch ganz frisch ist. Du bist mit 7 Monaten vielleicht sogar schon gekrabbelt, warst nicht mehr auf Stillen/Flasche angewiesen sondern hast schon richtig gegessen.

Wenn du nicht ambulant dein Kind bekommst, machst du nach 2-3 Tagen die U2 noch im Krankenhaus. Das ist auch ganz praktisch, denn es gibt Kinderärzte, die die U2 nicht oder nur ungerne machen und so knapp nach der Geburt einen Termin zur U2 ausmachen ist auch oft etwas heikel, die wenigsten Kinder halten sich an ihren Termin.

Die Hebammen kennen ihre Pappenheimer ääh Kinderärzte auch, genau wie umgekehrt und können dir einen KiA empfehlen. Oder du fragst im GVK die anderen Schwangeren, die schon ältere Kinder haben, wo sie hingehen und ob sie zufrieden sind.

Am Ende musst du selbst herausfinden, wie du mit dem Arzt klarkommst. Wir haben auch einmal gewechselt und sind jetzt so zufrieden, dass wir auch nach dem Umzug die 17km gerne dahin fahren.


laurundizza (11.3.09 19:12)
da können aber auch super hebammen kommen, die tag und nacht den hermann machen, alles erklären, alles zeigen und dann der kinderarzt, der auch noch 300 mal den selben auf 20 meter zetteln zusammengetragenen fragen rede und antwort steht und dann rufen diese eltern wieder in der sprechstunde an und sagen dir, dass sie das alles irgendwie nicht verstanden haben.- auf die frage nach den aktuellen videos beten sie dir aber alle 9000 titel inklusive darsteller runter und wie sich ein schäferhund richtig ernähr und entwicklet haben sie auch drauf.-

die stellenwerte im leben haben sich offensichtlich irgendwie verschoben-


der Landarsch (12.3.09 10:35)
kleine Anekdote am Rande:
vor 20 Jahren war meine Frau noch im PJ ("Praktisches Jahr" vor dem 3.Staatsexamen) in der Kinderklinik Starnberg. Hochsommer, Wochenendbereitschaftsdienst in der Ambulanz. Vater, Mutter und 7 jähriger Sohn treten auf, Sohn hat leichten Sonnenbrand. Frage: "warum gehen Sie damit nicht zum Bereitschaftsdienstarzt?" Antwort: "Da waren wir schon, aber wir wollten die Meinung eines Fachmanns hören" (?!? der Bereitschaftsdienstarzt ist ja nur der "Arsch vom Dienst"). Meine Frau daraufhin pflichtschuldigst zum Professor, der gerade im Haus war. "Da will jemand die Meinung eines Fachmanns hören". Antwort vom Herrn Professor: "na dann sagen Sie ihm doch die Meinung, Frau Fachmann"!


Ronja (12.3.09 19:31)
...und mir globulifreudigen mutter und kinderarzthelferin stellt sich die frage, warum die kinderärzte nicht enger mit eben solchen hebammen zusammenarbeiten bzw., warum nicht jeder kinderarzt fest mit einer ortsansässigen hebamme in kontakt steht und die gleichen kinder betreut?!

ich rauf mir ständig die haare über die gegensätzlichen empfehlungen beider parteien.

es könnte sie einfach sein.....