kids and me

... neues vom kinderarzt ...
 
 

offene gruppen

kann mir eigentlich mal jemand erklären, warum es überhaupt diese offenen gruppen und offenen erziehungskonzepte im kindergarten gibt? nein, rhetorische frage, geschenkt. ich weiß schon, warum. montessori , waldorf , korczak usw. usf.

nur diese grossen namen waren noch sehr durchdachte - für die pädagogik in unserem land auch wichtige und prägende erziehungskonstrukte. aber aus diesen konstrukten sind nur noch verwässerte strömungen, dünne einflüsse geworden, die aus dem offenen konzept ein planloses machen.

leider sehen wir kinder- und jugendärzte und auch viele grundschullehrer die entwicklungen mit sorge. offene erziehungskonzepte fördern möglicherweise die eigenständigkeit des kindes, eigene wege zu finden, kreativer zu werden, mehr individualität zu spüren. aber braucht ein kind das im kindergartenalter überhaupt schon?

viele kindergärten, die ein offenes regime propagieren, schwimmen auf dem vermeintlichen modernen strom der waldorfpädagogik. ich möchte diese hier nicht verteufeln, aber wir sehen oft kinder, denen dieses offene konzept überhaupt nicht entgegen kommt. sie brauchen strukturen, rituale, gemeinsamkeiten mit anderen.

extreme vorstellung, dass ein kind morgens nicht einmal mehr von der erzieherin einzeln begrüßt wird (und wenn, dann ist es meist täglich einen andere, weil das kind ja am entscheiden kann, in welchem raum es heute spielt) . es gibt keinen morgenkreis mehr, der beginnt, wenn alle kinder angekommen sind. kein guten morgen liedritual. dann auch kein programm für den tag, kein spielangebot, keine bastelrunden.

timmi kann sein osternest basteln, wenn er mag, er muss es aber nicht. sorgenvoll berichtet dann die erzieherin der mutter, dass timmi sein osternest als letzter gebastelt hat - und auch noch feinmotorisch sooolche probleme hat.

gefrühstückt wird, wenn man mag und wo man mag, meist wird das brot - so es eins mitgab - am mittag wieder nach hause mitgebracht. es gab nämlich keine aufforderung des gemeinsamen essens, weil es kein gemeinsames essen gibt. schade nur, das lucia immer so unruhig am tisch sitzt, ob sie am ende ads hat?

achja, und ein abschiedslied, wenn alle noch da sind, und bevor die erste abholrunde startet, gibt es leider auch nicht. tja, so lernt mika-simon-robbie so manches weihnachts/oster/sommer-lied nicht mehr, was seine schwester vor drei jahren noch lernen durfte. leider mangelt es ihm dann auch an der konzetrantion später in der schule.

erschreckend, dass es oft die eltern sind, die solch offene konzepte  auch in den sonst traditionell strengeren kindergärten, wie denen der kirche, einfordern - denken sie doch, ein schmalspur-waldorf-kindergarten sei immer noch besser als ein gebet vor dem gemeinsamen vesper. ich weiß nicht, ob diese gleichung aufgeht.

und die erzieherinnen? weniger arbeit durch vermeintlich weniger motivations- und animationsarbeit? beileibe nicht. offene konzepte, wie sie oft halbherzig durchgeführt werden, bedeuten hinten heraus mehr nachzuholende förderung. das stellt man dann bei den jahresbeurteilungen auf vielen vielen seiten fest. aber das kann ja dann der ergotherapeut richten.

14.4.09 20:59

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bisher 37 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Katharina / Website (14.4.09 22:13)
Bingo. Unterschreibe ich sofort.
Mein Sohn ging im Alter von 10 Monaten bis 2 Jahre in eine Krippe/Kindergarten mit sog. offenem Konzept.
Die traurigen "Highlights" waren 2xiger Sturz vom 2 m Kletterhaus am gleichen Tag (!) mit 16 Monaten. Beim Abholen regelmässiges Suchen nach meinem Kind, oft fand ich ihn "um die Ecke", also unbeaufsichtigt in einem Teil des Gartens; ein anderes Mal auf dem Hügel stehend, weinend als er mich erblickte weil er offensichtlich von alleine nicht mehr runter kam, ihn aber auch niemand vermisste..

In diesem Kindergarten wurde aus dem offenen Konzept ein "mach was du willst", und das ist wirklich traurig.

In einer Zeit, in der man sein ungeborenes Kind anmelden muss, um vielleicht (!) 2 Jahre später einen Platz zu bekommen, fragt man vielleicht nicht so genau nach dem Konzept.. oder man muss im Nachhinein feststellen, dass doch alles anders ist als dargestellt, so wie wir.

Jetzt geht mein Sohn in einen Regelkindergarten, mit festen Regeln, Stuhlkreis, Singsang und Aktivitäten und er saugt es in sich auf.
Kinder brauchen Struktur.


noumenon (14.4.09 22:29)
Meine Rede! Ich könnte echt heulen, da wir im vergangenen Jahr noch im Osten Deutschlands lebten und dort einen richtig tollen Kindergarten mit "richtigen" Gruppen hatten. Nun sind wir im Ruhrpott (wegen der Arbeit) und sind schon froh gewesen, einen Kindergarten gefunden zu haben, der Kids ab zwei Jahre aufnimmt, den ganzen Tag geöffnet hat und zudem ein großes Außengelände und viel Grün drumrum bietet. Leider wird auch hier das offene Konzept praktiziert.

Ich überlege schon, meinen vierjährigen Sohn in einer guten Kampfsportgruppe anzumelden, damit er mehr Respekt und Disziplin in einer größeren Gemeinschaft lernt. Dabei mag ich es gar nicht, wenn die Kids in diesem Alter schon "Termine" haben.

Und wenn ich die Sauberkeitserziehung meiner fast dreijährigen Tochter anspreche, werde ich oft mit: "Das hat doch noch Zeit. Das kommt von allein." von einem Großteil der Erzieherinnen vertröstet. Letztens bekam ich auch mit sehr vorwurfsvollen Blicken und vor Ekel verzogenem Gesicht die Unterhose meiner Tochter in die Hand gedrückt. Der Spruch: "Sie hat eingekotet. Sie sollte wohl doch noch nicht ohne Windel rumlaufen." Phhh...

Die meisten Kindergärtnerinnen (ja, wieder kein Mann dabei) geben sich wirklich Mühe und sind sehr lieb. Aber wenn das Konzept nicht so gut ist, ist das Ergebnis eben auch nicht optimal.


Sina / Website (14.4.09 22:56)
JAAA! Der Artikel fetzt! Hammer! Wunderbar! Meine Unterschrift drunter!
Und was bekommt man, wenn man dann sagt, das Regelwerk in ostdeutschen Kitas (denen man das heute noch oft anmerkt, weil sich nicht so viel geändert hat) war nicht schlecht? Verachtende Blicke, dann die Aussage, dass wir wegen den Töpfchen alle geschädigt sind und das durch diese Erziehung Rechtsradikalismus gefördert wurde....
Da frage ich mich....
(Darf man deinen Artikel verlinken oder kopieren und deine Quelle druntersetzen?)


kinderdok / Website (14.4.09 23:45)
@sina - (bitte, gerne)


Foreigner (15.4.09 00:00)
JAJAJAJAJA!!! Bei uns gibt es auch solch einen Kindergarten und für mich war klar, DA gehen meine Kids NICHT hin. So! Jetzt bin ich eben 'ne Mami deren Kinder "In einen anderen Kindergarten gehen" Ich weiß auch nicht, aber "offene Gruppen" Kindergarten Mamis und Kinder sind irgendwie oftmals recht schnell in einer Gruppe zu erkennen ... (ich will jetzt niemand damit zunahe treten, bei uns ist es leider so).

Anyway, zur Zeit leben wir in England und ich bin von dem System hier total begeistert. Offene Gruppen gibt es hier schon mal gar nicht. Manchmal ist es vielleicht schon etwas zuviel was die von einem 3-jährigen Kind verlangen aber die Kids machen durch weg alle einen Happy Eindruck und sind zufrieden und gehen gerne hin. Take care!


hajo (15.4.09 07:46)
Kinderdok, dem ist absolut nichts hinzuzufügen: Aus Erfahrung mit zwei "Nachfolge-Generationen" und wenn ich in mich "hineinhorche" kann ich nur sagen: Kinder brauchen Freiheiten, aber viel wichtiger sind Regeln, die sie allerdings auch verstehen (vielleicht besser "begreifen"?) müssen.

Feste Rituale sind auch immens wichtig. Meine Kinder waren/Enkel sind sehr interessiert an diesen Ritualen und Sie bemängeln Abweichungen davon von sich aus, machen uns Erwachsene darauf aufmerksam oder besser: fordern sie auch ein.

Dass dabei die Kreativität nicht zu kurz kommt, darauf achten wir schon, aber die Realität zeigt uns, dass evtl. diesbezügliche Sorge unbegründet ist - manchmal auch leider .

Grüsse aus Frankfurt am Main
Hajo


der Landarsch (15.4.09 09:44)
Mit Steiner, Montessori und Korczak haben diese Kindergärten (auch in meiner Umgebung) genausowenig zu tun wie das Urchristentum mit den Renaissance-Päpsten! Viel eher erinnert das Ganze schon an die "Anti-Autoritäre Erziehung" der 70er Jahre - aber eben auch nur erinnern.
Der eigentliche Hintergrund ist doch die in unserer Gesellschaft immer mehr um sich greifende Angst vor den Juristen, die Eltern und Lehrern verbieten körperlich zu strafen (= Körperverletzung), die Kindergärtnerinnen und Lehrern verbieten Mitarbeit zu belohnen und Verweigerung nicht zu belohnen (=Mobbing), die über die unselige "Qualitätsdiskussion" jedem die Möglichkeit geben, von anderen "Qualifizierten" seine (oft irrealen) Wunschvorstellungen einzufordern/einzuklagen.
Quintessenz: wer was tut macht Fehler - wer nix tut macht keine Fehler - wer keine Fehler macht wird befördert (bzw. kriegt keinen Ärger mit den Juristen)


DasPossum / Website (15.4.09 13:57)
Hmmmm, das ist aber schon ein gewisses Schwarz-Weiß-Denken, Herr Kinderdoc. Das kenn ich ja so gar nicht von Ihnen!

Kind Nummer Eins ist in einer Einrichtung nach Fröbel - ein offenes Haus, in dem die Kinder gemischt spielen und lernen. Zu bestimmten Zeiten gibt es morgens einen Morgenkreis und danach ein Lernangebot gibt. Es gibt festes Mittagessen und geregelte Vesperzeiten. Und die Kinder werden von einer der Erzieherinnen begrüßt und verabschiedet - da die Kinder die Erzieherinnen aber alle kennen und die Lernangebote nach Schwerpunkt der Erzieher rotieren, ist das auch ok so.

Darüber hinaus können die Kinder aber spielen, was, wo und mit wem sie wollen. Die Erzieher bieten verschiedene Dinge an, die auch gerne wahrgenommen werden.

Wie so oft im Leben halte ich hier den Mittelweg für den richtigen. Weder ein total offenes Konzept im Laissez-Faire-Stil noch ein rigides Korsett ohne eigene Entfaltungsmöglichkeit sind die Lösung. Meines Erachtens ist die Mitte aus Ritualen, Regeln, die die Kinder selbst erarbeiten, konzentrierter Lernzeit und frei gestaltbarer Zeit vorzuziehen. Das machen hier schon die Tagesmütter so, es wird in den KiTas zum großen Teil weitergeführt und sogar die Horte ziehen mit.

Das kenne ich aus meiner Kindergartenzeit noch ganz anders und ich bin sehr, sehr froh, daß sich da was getan hat. Oder anders: Es gibt gute Gründe, warum ich nach Westpolen gezogen bin!


vroni (15.4.09 16:20)
Also lieber kinderdoc, ich glaube, ich weiss, was du meinst.
Ich finde als Sicht einer Erzieherin, Mama und ehemals Kind, das Kindergärten irgendwie überbewertet werden. Herrgott nochmal, es sind in der Regel 2!!!! Erwachsene Personen für über 25 Kinder zuständig! Es ist schwierig, DAS dann Erziehung zu nennen. Viele Kindergärten lassen sich mit irgendeinem pädagogischen Stempel versehen, weil die Leitung vielleicht diesbezgl. eine Weiterbildung gemacht hat, aber danach arbeiten, tun letztendlich die Wenigsten. Es herrscht Chaos im Kindergarten, und zwar immer mehr. Als ich ein Kind war, gingen die Kinder mit 5 in den Kindergarten. Ich ging gar nicht, weil es mir nicht gefiel. Ich wollte daheim bleiben. Bei meiner Mama und siehe da...was ich trotzdem alles kann: ich kann lesen, rechnen, schreiben, denken. Ich war gut in der Schule und hatte ab den 1. Schultag eine beste Freundin, die Inge, weil die, kannte auch keinen


vroni (15.4.09 16:26)
....Als ich meine Ausbildung anfing, war helle Aufregung, weil dieses Jahr schon ein 3!!!-jähriger anfing! und heute? Heute gibt es selbst bei mir, im tiefsten Chiemgau, Einrichtungen, die 8-Wochen alte Babys nehmen. Es spriessen Krabbelgruppen und diverse Spielgruppen, weil Mütter anscheinend wirklich glauben, das 2-jährige Kontakte zu gleichaltrigen brauchen! So ein Schwachsinn! Ein 2-jähriges Kind braucht in erster Linie seine Mama und wenn ich es erlebe, das ein 2-jähriges Kind *BRAV* mit einem Gleichaltrigen Kind spielt, dann findet ein Eltergespräch statt, weil DAS nicht normal ist. Egal welcher Ansatz dahintersteckt. Die Frage die heute gestellt wird ist *Wohin geht denn Dein Kind in den Kindergarten? Und? Wie ist da die Vorschule? sprechen die auch da Englisch? nach welchem Ansatz arbeiten sie?* Die Frage die höchst selten gestellt wird ist *ist das Kind dort glücklich?*


vroni (15.4.09 16:36)
Mütter geben ihre KInder weg, und zwar so bald es geht. Und DAS finde ich bedenklich. DAbei ist er pädagogische Ansatz egal. Ich weiss, das Kinder anstrengend sind und das man in unserer Gesellschaft für Kindererziehung nicht das geringste Fünkchen Anerkennung bekommt. Man wird belächelt, wenn man an der Metzgereistheke sagt *mein Sohn ist 2 und ich bin hauptberuflich Mama!* Es werden im dann Entwicklungsverzögerungen angekreidet und mir Faulheit und wer selber Kinder hat weiß, das zuHause bleiben anstrengender ist, als zu arbeiten. Heutzutage wissen 5-jährige die Hauptstädte von Europa, sie wissen, das der Mond ein Planet ist und warum die Milchstrasse Milchstrasse heisst. Sie könne bis 10 zählen, in Englisch, Französisch und Polnisch, sie kennen alle Folgen von *wilde Kerle* und wissen, wie man einen Playstation bedient. Leider können sie einem aber bei der Begrüssung nicht mehr in die Augen sehen, sie wissen nicht, wie man sanft ist und auch nicht, wie sich ihr Herz anfühlt, wenn es schnell pocht. Sie wissen nicht, wie man achtsam miteinander umgeht und aufeinander aufpasst! 7-jährige im Kiga, rasen rücksichtslos 2-jährige um....das schlimme daran? Es fällt ihnen nicht mal AUF, das die jemanden verletzt haben! Hauptsache, die Individualität wird gefördert! Wie traurig! Den Kindern wird ALLES in den A.....gestopft, was es in unserer Welt nur alles gibt. Kinderzimmer quellen über....obwohl das Kind mit 11/2 Jahren bereits bis 16.oo uhr in der Kita ist und nach Waldorf, Monte...etcpp erzogen wird! Nur eins bekommen sie nicht....Familie...mit WERTE . Sie sind eine Nummer im Kindergarten. Ich bin Erzieherin. Ich kenne den Spagat zwischen dem Kind! und der Gruppe! ...dem man nie zusammen gerecht wird. Es GEHT nicht, das der Kindergarten erzieht! Es GEHT nicht! Egal nach welchem Konzept! Diese Aufgabe hat immer noch die Familie, doch leider wird DAS nicht akzeptiert.


vroni (15.4.09 16:38)
Meiner Meinung nach brauchen Kinder nur eins: eine Familie, in der sie einen Platz haben, etwas Zeit für Gemeinsamkeit (und damit meine ich nicht einen Ausflug in den Indoorspielplatz oder ein wahnsinnig pädagogisches Spiel, sondern z.B. miteinander kochen, aufräumen, garteln, was halt so anfällt) gesunde Ernährung (von den Eltern MIT LIEBE Gekocht und keine Industrienahrung!) , viel frische Luft und Erlebnise mit den Elementen, wenig Plastikscheissspielzeug und Aufgaben wie jeder andere Mensch auch. Rechte und Pflichten, Geben und Nehmen...sollte irgendwie ausgewogen sein.!
Doch leider ist meine Einstellung zur Erziehung total out!
und trotzdem habe ich den grössten Respekt vor den Frauen, die belächelt werden, wenn sie nach 3 Jahre immer noch nicht arbeiten. Denn ich finde, sie machen die wichtigste und anstrengendste Arbeit der Welt. Zuhause sein. mit den Kinder. Das Ego geparkt. Für irgendwann mal.
Danke an alle Mamas, die soooooooooooo viel für die welt tun, und das, ganz OHNE pädagogische Ausbildung, sondern einfach mit ihrem Muttergefühl!!!!

...und tschuldigung kinderdoc, das ich deine Blog sprenge, aber ...das ist einfach MEIN Steckenpferd!


Katharina / Website (15.4.09 23:13)
Vroni, dein Engagement in allen Ehren, aber.. ja, wirklich, du sprengst den Rahmen.
Es gibt Lebensumstände, die das eigene Idealbild von Familie maßgeblich beeinflussen und deren man sich nicht entziehen kann.
Chiemgau ist nicht der Nabel der Welt.

Du nimmst (wieder mal) eine militante Haltung ein, und das schmeckt mir nicht. Entspann doch mal :-)

Oder anders gesagt: als Erzieherin müsstest du doch professionell genug sein, dich von belastenden Ereignissen abzugrenzen, entgegen zu wirken..?
Jedenfalls - solltest du dein Ego parken (und das machen wirklich NICHT alle Mütter) und deshalb frustriert sein.. lass es nicht hier aus (sorry, kinderdoc, das musste ich jetzt mal sagen)

Nix für ungut ;-)


hajo (16.4.09 08:16)
@Katharina,

ich bin keinesfalls der Meinung, dass sich Vroni militant aufführt. Sie hat es doch - zumindest für mich - recht klar gemacht und ich stimme ihr aus Erfahrung zu: Was Kinder wirklich interessiert und beeindruckt ist, "etwas zu vollbringen". Das kann die Hilfe beim Tischdecken (und wenn's nur der Löffel ist, den sie zum Tisch bringen und dort hinlegen, wo er hingehört!) sein, aber auch die gemeinsamen Koch- und Back-"Orgien", Gartenarbeiten etc. (manchmal wirklich eine Strafe für den/diejenigen Erwachsenen, die "dran" sind ) sind eine sichtliche Bereicherung (für beide "Seiten"), die heutzutage ein mehr oder weniger überfüllter Kindergarten kaum noch leisten kann.

Familie ist wichtiger als das Gruppenerlebnis mit Gleichaltrigen und auch ich bin der Meinung, dass die Erziehung zuerst in der Familie statt finden muss - dass Kindergarten und Schule auch ihre Beiträge leisten müssen, steht für mich jedoch auch fest.

Übrigens, Vroni, Dein Beispiel mit dem "in die Augen schauen" gefällt mir besonders gut, ich habe es bisher nicht wirklich wahr genommen, aber im Nachhinein betrachtet stimmt es.

Aber Katharina, ich bin nicht so "betriebsblind", dass ich nicht auch sehe, dass es auch andere Notwendigkeiten gibt, die dazu führen, frühzeitig ein Kind in den Kindergarten zu geben und ich will auch niemandem ein schlechtes Gewissen deshalb machen, aber dieser Weg ist halt in meinen Augen nur die zweite Wahl (FÜR'S KIND!).

Grüsse aus Frankfurt am Main
Hajo


vroni (16.4.09 08:46)
@Katharina
zuerst einmal denke ich, das kinderdoc ja die Möglichkeit hat, meine Kommis zu löschen deswegen, lass ich mich hier aus, weil es ein Thema ist, das mich emotional berührt, aber keineswegs frustet.
Als Erzieherin arbeite ich natürlich pädagogisch mit den Kindern, egal wie alt sie sind und welche Beweggründe die Familie hat sie in den Kiga zu geben (meine Kinder gehen auch in den Kindergarten). Nur sehe ich eben, das der Trend dahingehend ist, das Eltern immer öfter Versuchen, die Erziehung und WErtevermittlung *Fachleuten* zu überlassen und DAS ist in meinem Augen bedenklich.
Als Teil unserer Gesellschaft....und selbst das Chiemgau gehört dazu, auch wenn es NUR ein kleiner Teil unserer WElt ist, empfinde ich , das Sozialität und Zusammenhalt leidergottes immer mehr verloren gehen. Und DAS sind nun wirkliche hohe Erziehungsziele, die ich, wie ich finde einfach am Besten in der Famile vermittelt werden können!

Und liebe Katharina....gewöhn dich dran, ich kann mich nun mal nicht kurz fassen.


Katharina / Website (16.4.09 09:04)
@Hajo
ich find schon ;-) und zudem wird pauschalisiert.
Was nicht heisst, dass ich Vroni in manchen Punkten nicht zustimme. Ich stimme z.B. völlig überein, dass Erziehung in der Familie stattfinden soll. Der Kindergarten sozialisiert, aber Erziehung ist die Aufgabe der Familie.
Dass Kinder anstrengend sind ;-)
Und dass Hausfrau- und Muttersein kaum Anerkennung findet.

Aber wenn ich Aussagen wie "Mütter geben ihre KInder weg, und zwar so bald es geht." lese, oder "Plastikscheissspielzeug", "Ego parken" kann ich nur mit den Augen rollen..


Katharina / Website (16.4.09 09:13)
Vroni, woran ich mich gewöhne und woran nicht - das such ich mir immer noch selbst aus ;-)


Anna (16.4.09 09:50)
Ich kann dem Artikel nur zustimmen.
Meine Tochter wird jetzt mit zwei Jahren in den Kindergarten gehen. Und ich habe mich SO gefreut, als die neue Gruppenleiterin mit erklärte, es werde jeden Morgen ein gemeinsames, gesundes Frühstück geben. Die Kinder bräuchten diesen gemeinsamen Start als Gruppe und um den Tagesablauf zu besprechen. *hüpf*
Sechs Kindergärten hatte ich mir angesehen und nur einer bot ein gemeinsames Frühstück an. Ich halte nichts davon Kinder mit ihrem Brot über die Stühle toben zu lassen. Dass die neue Gruppenleiterin das ähnlich sieht ist für uns ein echtes Glück.


laurundizza (16.4.09 10:03)
mein reden seit 1822...
kinder sind keine kleinen erwachsenen und brauchen einen festen rahmen ( wie auch immer dieser aussieht) und verlässlichkeit, damit sich ein vertrauen aufbauen kann. fragen wir uns mal, wie sich erwachsenen fühlen würden, denen frei zur verfügung gestellt wird, wie sich sich den tag beschäftigen, und keinerlei klare regeln gelten. von kindern erwarten wir aber mehr ratio, als von manchem 50jährigen.
ein gesunder mittelweg und ein bisschen erziehung ( die leider immer mehr den bach runtergeht) schaden sicher nicht

liebe gruesse


Dörte (16.4.09 12:03)
Ein solches offenes Konzept, wie hier beschrieben wird, kenne ich nicht. Klingt übel, klingt nach vernachlässigter Aufsichtspflicht, klingt nach Strukturmangel und mangelnden pädagogischen Fähigkeiten der Erzieher. In so einen Kindergarten würde ich mein Kind auch nicht geben. Aber auch in keinen, wo die Kinder gezwungen werden, um 08:30 zu frühstücken, von 09:30 - 10:00 Osterhasen auszuschneiden, von 10:00 bis 10:30 mit Puppen zu spielen und so weiter und so fort. Pädagogische Angebote gibt es dann, wenn die Erzieherin Zeit und Lust hat, respektive wann das Konzept es vorschreibt. Wer zur Bastelzeit lieber toben möchte, hat halt Pech gehabt. Jetzt sitzen schön alle um den Tisch herum und basteln. Jetzt! Und zwar gerne! Jawollja! Alle schön in einem Raum. Keiner darf hinaus. Es ist ja eine geschlossene Gruppe.
Ach, so funktioniert das nicht? Ich habe Vorurteile? Tatsächlich? Na so was aber auch ;-)

In unserem Kindergarten gibt es Frühstückszeiten und es wird darauf geachtet, dass alle Kinder frühstücken. Die Kinder begrüßen und verabschieden sich mit "Handschlag" von ihren Stammbetreuerinnen und nicht etwa von der Erzieherin, die grad am nächsten steht. Es gibt einen Morgenkreis, es gibt gemeinsame Mittagszeiten (mit Gebet) und vor allem gibt es ein sehr gutes pädagogisches Angebot und sehr gute, motivierte Erzieherinnen. Muss ich noch erwähnen, dass sich die Kinder hier wohlfühlen und fröhlich sind? Es wird übrigens nach dem offenen Konzept gearbeitet!

Als Oft-und Gerne-Leserin hier, zu 99 Prozent aber still, muss dieser lange Beitrag jetzt einfach sein. Hehe, schlechte Kindergärten gibt es leider noch viel zu viele, aber das am offenen Konzept festzumachen, passt einfach nicht.
Dass daraus im Echo noch ein Rundumschlag gegen die bösen Rabenmütter konstruiert wird, macht allerdings nur Eines: Autsch!

Davon abgesehen: Polarisierende Artikel haben ja was! :-)


vroni (16.4.09 14:10)
Wo steht was von bösen Rabenmüttern?


stadtfrau / Website (16.4.09 18:38)
ich habe mich mit offenen konzepten kaum auseinandergesetzt. der (kirchliche) kindergarten unseres sohnes hat für uns u.a. eben auch deshalb so gut gepasst, weil er einen sehr ritualisierten tagesablauf hat und unser aufgeweckter sohn genau diese rituale braucht. ich denke, er würde sich auch in offenen gruppen wohlfühlen und seinen spaß haben, aber er würde garantiert irgendwann aus dem ruder laufen - wir erleben das immer wieder wenn unser eigener tagesablauf etwa ferienbedingt sehr wechselhaft ist. bei ruhigeren, introvertierten kindern hätte ich wiederum bedenken, dass sie in so einem konzept total untergehen.


DasPossum / Website (16.4.09 18:53)
@vroni

Jepp. Und damals, als Mütter noch da waren, wo sie von Natur aus hingehören, in Heim und Garten - da war sowieso alles viel, viel besser.

Und die roten Gummibärchen haben auch besser geschmeckt!


Jogurtbecher / Website (16.4.09 19:42)
Interessant ist das diese Konzepte einfach völlig falsch umgesetzt werden. Egal ob Waldkindergarten, Montessori oder Walddorf, in diese Konzepten sind immer feste Rituale eingeplant. Sie sollen den Kinder ja einen angenehmen festen Rahmen bieten. Solche Rituale sind eigentlich sogar die Grundlage aber wenn man sich nicht daran hält dann funktionert das halt nicht.


hajo (17.4.09 08:09)
@Jogurtbecher,
Deine Aussage, dass Konzepte falsch umgesetzt werden, halte ich für zutreffend, allerdings spielen in solchen Einrichtungen auch meist Ideologien eine grosse Rolle
.. und wo die mit im Spiel sind, setzt der Verstand oftmals aus: er versteckt sich halt hinter diesen vermeintlichen Vorgaben, leider zum Nachteil Dritter - in diesem Fall der Kinder - um die (und nur um die) es doch eigentlich gehen sollte, oder?


vroni (17.4.09 09:27)
@hajo...ganz Deiner Meinung
ich weiss aus Erfahrung, das ein ganzer Kindergarten unter Ideologien von einer Erzieherin *begraben* werden kann. Und dabei spielt das Wohl des Kindes KEINE Rolle mehr!
@DasPossum... es ist unglaublich, wie umgedreht Menschen etwas verstehen können. Hast Du zuviel Emanzen-Bücher gelesen?
Aber ganz abgesehen davon: was besser oder schlechter ist, wird sich wohl erst in ein paar Jahren herausstellen.
Aber zumindest wurde DAMALS nicht von einer Frau ERWARTET, das sie zu Arbeit ging und ihre Entscheidung, das sie GANZ für die Kinder da sein will, wurde respektiert. Dafür musste sie sich rechtfertigen, wenn sie arbeiten ging. Heute ist es leider umgekehrt. Eine Frau wird nicht respektiert, wenn sie zu Hause bleiben will, um sich ganz und gar auf ihr Mutterdasein zu konzentrieren. Denn Kindererziehung ist heute eben leider NICHT mehr Familiensache und Frauen und Kinder müssen heute sehr viel leisten....denn es ist weder leicht Karriere und Kinder unter einen Hut zu bringen, noch als Kind, in eine Kita mit 25 anderen Kindern gesteckt zu werden. Die Lautstärke in Kindergärten ist manchmal unzumutbar. Erwachsene würden wahrscheinlich vor dem Arbeitsgericht klagen und....gewinnen. DAzu gibt es mehr als eine Studie. Nur Waldkindergärten oder Integrativgruppen haben deutlich besser abgeschnitten.
Wir sind von einem Extrem ins Nächste gerutscht und das ist weder besser noch schlechter oder?


hajo (17.4.09 12:10)
na ja, Vroni, es ist sicherlich nicht ganz so einfach:
Das Rollenverhalten und -verständnis hat sich im Laufe der Evolution doch "etwas" geändert und auch die Tatsache, dass eine Partnerschaften, aus der Kinder hervorgegangen sind, zerbrechen, macht die Sache nicht einfacher.

Mit "Zähne zusammenbeissen und durch" ist es in solchen Fällen nicht getan und so bleibt dann nur die Trennung.

Nach Deiner Lesart läge dann der finanzielle Part beim Ex-Mann und Vater. Was aber, wenn dieser nicht die Verantwortung empfindet (soll's geben)? Oder wenn er - ist ja heute nicht ungewöhnlich - arbeitslos wird?

Es ist schon nicht von Nachteil, wenn eine Frau auch eigenständig ist, nicht zuletzt weiss sie dann auch, was es heisst, sich permanent im Berufsleben durchzusetzen.

Ich will Dir ja nichts unterstellen, aber ein wenig klingt das schon so, als wolltest Du die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wieder aufleben lassen.
Ich erinnere mich #Gebiss einsetzen#, dass es damals so eine Aktion gab, mit der die "Nur-Hausfrau" aufgewertet werden sollte. Das war so erbärmlich, dass es m.E. zu einem Schuss in den Ofen wurde. #Gebiss wieder rausnehmen - es drückt!#

Etwas mehr Selbstbewusstsein seitens der Frauen, die beschlossen haben, sich - bis zu einem gewissen Zeitpunkt - der Betreuung der Kinder zu widmen, aber auch etwas mehr Toleranz gegenüber Frauen, die ihre (auch für die Allgemeinheit) teure Ausbildung nicht in die Tonne kloppen wollen, ist notwendig.

Glaub nur nicht, ich wollte hier als grosser Frauenversteher auftreten, aber ich bin Pragmatiker und als solcher sehe ich nicht, was sein könnte (und schön wäre), sondern was ist.

Und eines darf man nicht vergessen: gleichgültig, wie man sich entscheidet, das Wohl der Kinder hat Vorrang! (die können sich nicht wehren)

So, jetzt haben meine Beiträge beinahe Vroni'sche Ausmasse angenommen, musste jedoch m.E. sein :-D

Grüsse aus Frankfurt am Main + schönes Wochenende
Hajo


Elphaba / Website (17.4.09 13:17)
Lieber Kinderdoc, ich muss leider etwas berichtigen:

Waldorf mag vieles propagieren (und nein ich bin kein Freund davon) aber bestimmt nicht die offenen Gruppen. In einem Waldorfkindergarten wird das genaue Gegenteil propagiert. Starre Gruppenteilung, kein Platz für Spontanität, und starre Tageseinteilung.

Was Du über offene Gruppen ansonsten schreibst, unterschreibe ich! Die Kinder sin orientierungslos und mit dem Konzept total überfordert! Die Erzieherinnen aber auch!


vroni / Website (17.4.09 14:09)
Lieber hajo,
sollten wir uns mal über email unterhalten? Ich mein, wenn jetz unser BEIDER Einträge schon den Blog sprängen *GebissreinigeraufdieEinkaufslistesetz*

Also RETURN!
Natüüüüüüüüürlich sollen und dürfen alle Mamas arbeiten gehen. Ich gehe auch arbeiten! Und zwar gerne ! Natürlich sollen Kinder in den Kindergarten. Und natürlich sollten Frauen selbstbewusst und eingenständig durchs Leben gehen.
ABER: es hat nun eben alles seine Zeit. Vielleicht denke ich altmodisch, kann sein oder vielleicht kann ich mir nichts anderes vorstellen, was besser ist, als FAMILIE zu haben als Kind.
Ich möchte einfach nur, das Eltern sein die wichtigste Aufgabe im Leben ist und auch anerkannt wird und das Mütter, oder Väter die zuHause bleiben WOLLEN einfach auch respektiert werden und Anerkennung bekommen.
Als Erzieherin wünsche ich mir, das ich fröhliche Kinder in der Gruppe habe, die das bekommen was sie brauchen und als das geachtet werden was sie sind! (Ich arbeite übrigens in einem Waldkindergarten mit FESTEN STRUKTUREN UND REGELN)
Und ich wünsche mir Eltern, die es nicht als Belastung und Hinderung empfinden, das sie Kinder bekommen haben.
So und jetz reichts *schmunzel*
ich muss mich um meine Kinder kümmern!


kinderdok / Website (17.4.09 20:32)
na, da habe ich doch ein schönes techtelmechtel losgetreten. freut mich sehr. hier werden natürlich keine kommentare gelöscht, liebe vroni, - so nicht belanglose beleidigungen über die ladentheke gehen - manchmal war das schon grenzwertig hier.
ansonsten: jaja, sprengt nur meine kommentar-space - oder bloggt doch mal selbst ;-)) - das geht ratzfatz und ein blog ist gebastelt. wäre doch auch ein steckenpferd für die vronis dieser welt.


luna (17.4.09 21:39)
Bin auch schon eine Weile stille Mitleserin und möchte mich nun auch mal zu Wort melden, als Vorschullehrerin und zur Zeit Vollzeitmama. Offene Gruppen gefallen mir gar nicht, weil ich der Meinung bin, dass die Kinder dort zu wenig Struktur haben, zu wenig was Halt gibt. Aber mit Waldorf oder Montessori hat das nichts zu tun. Offene Gruppen scheinen mir eher ein neumodisches Konzept zu sein, von dem ich jedenfalls während meines Studiums vor 20 Jahren nichts gehört habe. Bei uns (lebe nicht in D) in der Vorschule müssen die 4-6 -Jährigen gemeinsam spielen, frühstücken, basteln, singen, turnen, Vorschulaufgaben usw... machen. Dagegen habe ich auch von Elternseite noch nie Einwände gehört, schliesslich sollen wir die Kinder auch auf die Einschulung vorbereiten. Und was wird da von ihnen erwartet? Dass sie sitzenbleiben und zuhören können, dass sie das umsetzen, was die Lehrerin ihnen vorgibt. In einem offenen Kindergarten wo jeder nur machen darf was er will, lernt man das sicher nicht! Auch bei uns gibt es Schulen, die offene Konzepte ausprobieren. Was ich bisher in Fortbildungen davon gesehen und gehört habe, hat mich nicht überzeugt. Es hat sich alles ziemlich chaotisch angesehen und ich frage mich, wo der Nutzen für die Kinder sein soll. Individualisten und Chaoten hat unsere Gesellschaft doch schon genug, die brauchen wir nicht schon im Kiga heranzuzüchten.


berliner luft und ostseewelle / Website (17.4.09 22:21)
Kinderdok, Sie haben einfach Recht!


vroni (18.4.09 08:32)
Lieber Herr kinderdoc,
Vroni hat bereits einen Vroni-Steckenpferd-Blog

Aber den spreng ich nur halb so gerne, wie einen Fremden
(ist wohl das selbe Symthom wie die Tatsache, das ich liebend gern die Häuser und Wohnungen meiner Mitmenschen auf Vordermann bringe, es mich aber üüüüüüüüberhapts ned begeistert, das bei mir zu Hause zu tun )

lG

und p.s. solltest Du doch mal einen kommi löschen, bin ich auch nicht beleidigt, ich erschreck ja manchmal selber darüber, was ich alles so verzapfe


Tatjana (20.4.09 16:26)
Vroni,

ich bin Diplom-Kauffrau und trotz langer akademischer Ausbildung aus freien Stücken Hausfrau und Mutter (ersteres schon seit über 6 Jahren - und nicht, weil ich keinen Job finden würde). Rechtfertigen mußte ich mich noch nie dafür. Ich werde zwar ab und an mal gefragt, ob ich denn wieder arbeiten gehen will, wenn meine Tochter in den KiGa geht, aber als ich dies verneinte war es auch gut.

Meine Tochter ist letzte Woche 3 Jahre alt geworden und besucht seit Anfang April einen Dorfkindergarten. Dieser ist so richtig schön old school Sie ist noch dazu in einer I-Gruppe mit nur 16 Kindern und 4 Erzieherinnen. Es gibt einen geregelten Tages- und Wochenablauf, mit Stuhlkreis, gemeinsamem Frühstück, Turnen und pi pa po. 2 Tage/Woche gehen sie in den Wald, bei (fast) jedem Wetter. Und sind jeden Tag mindestens 1 Stunde lang auf dem Spielplatz (und ich bin täglich am Waschen ).

Ich bin nicht der Meinung, daß ein Kind mit 3 Jahren zu jung für den KiGa ist. Meiner Tochter tut der KiGa richtig gut. Allerdings ist der halbe Tag auch genug, sie schläft danach immer erst einmal und so bleibt uns unter der Woche nachmittags nicht viel Zeit, bevor es schon wieder ins Bett geht. Dafür nutzen wir ihre Wachphase um so intensiver :-)


Zwölfe / Website (20.4.09 21:37)
Wir hier Elterninitiative mit offenem Konzept aber auch

- Morgenkreis
-gemeinsames Frühstück
- alle basteln, wenn auch nicht am selben Tag aber ALLE machen mit
- keine Steiner, Korczak, Montessori Lehre ( Namen tanzen ist nicht pflicht LOL )


Leider dennoch:

zu lascher Umgang mit dem trietzen anderer Kinder, verbeulte mussen gestärkt werden , die Verbeuler werden oft nicht gesehen, keine vernünftigen Strafen, viel Wischi Wasche, lahme Erzieher, welche von den meisten Eltern den Allerwertesten gepudert bekommen, weil sie ja soooooooo eine tolle arbeit machen ( ich such täglich und find es nicht)
sehr weltfremde Einstellung

Gegen ein offenes Konzept habe ich im Grunde nichts einzuwenden, leider verlieren sich die Erzieher gerne im Nirwana und keine passt wirklich auf die Kinder auf, so dass Prügeleien der Kinder( welche sehr sehr häufig sind...) untereinander oftmals nicht gesehen werden, oder durch mündliche Überlieferung der Kids und ihrer Zeugen verzerrt werden, das offene Konzept verleitet meiner Meinung nach die Erzieher ihre Arbeit nicht richtig zu machen. Wenn in den Ferien die Hortkinder ( 1 - 4. Klasse) noch dabei sind, herrschen anarchische Zustände,die Erzieher sind nicht in der Lage diese irgendwie einzuschränken, in diesen Zeiten gehen viele Sachen der anderen Kinder verloren, weil die Hort Kinder sie verstecken, kaputt machen etc.pp ( meiner Tochter wurde ein Kissen zerschnitten und nach mehrmaligem Ermahnen der Eltern des Kindes ersetzt, eine Entschuldigung gabs nicht, warum auch? )

Bin diesbezüglich kein Newbie, meine grossen Kinder gignen in einen old school Kindergarten und waren bestens für die grosse weite Welt präpariert.

NIE wieder Elterninitiative, nie !


Utta (15.5.09 13:53)
Ist zwar schon ein bischen alt der Beitrag, aber ich muß doch noch was loswerden: Zwöfe, was Du schreibst, ist nicht ursächlich eine Folge von einer Elterninitiative.

Ich habe das Gefühl, dass in unserer Elterninitiative genau weil wir so viel Einblick und Einfluß haben, das ganz anders ist. Während ich schon fürchte in einer städtischen Einrichtung von Gruppenproblemen rein garnichts mehr mitzubekommen geschweige denn, mal zu diskutieren, ob die Eltern das denn wirklich wollen...

Und ein Aspekt, der bei allem hier fehlte ist der folgende: Das offene Konzept hat insbesondere dort seine "Vorteile", wo auf wirtschaftlichkeit geachtet wird. Wenn das Betreuungsverhältnis schlecht ist und mal viele Erzieher krank sind, dann kann man offene Gruppen leichter mal zusammenwerfen und dann nicht wie sonst mit 8 Erziehern 100 Kinder betreuen, sondern auch mal mit nur 6 Erziehern 100 Kinder... Das finde ich besonders bedenklich an den offenen Konzepten, die insbesondere klamme städtische Ämter gerne einführen und als ganz toll verkaufen!!! Diese 2 Erzieher für 25 Kinder sind eigentlich echt nicht vertretbar. Aber was soll man machen, wenn man als Elternteil auf Betreuung angewiesen ist und froh sein kann, überhaupt einen Platz zu bekommen?


el barto (9.6.09 00:14)
hey doc, ich muss dir (ein bisschen) widersprechen:
waldorfpädagogik und offenes konzept passen prinzipiell schonmal nicht zusammen, dazu sind die beiden konzepte viel zu verschieden (das gleiche übrigens bei montessori )
und die anderen begebenheiten, die du als charakteristisch für einrichtungen, die nach dem offenen konzept arbeiten, anführst, sind nicht wirklich charakteristisch - ich glaube gerne, dass ein offenes konzept bei unmotivierten und inkompetenten erziehern leicht zu so etwas verkommt, wie du es geschildert hast. aber dass es z.b. keine rituale und keinen regelmässigen tagesablauf, keine gemeinsamen mahlzeiten usw. mehr gibt - das hat NICHTS mit dem offenen konzept zu tun!
dass ein offenes konzept für erzieher/innen in der praxis weniger arbeit machen soll als andere konzepte, höre ich hier zum ersten mal.

besten gruss,

lorenz (staatlich geprüfter erzieher)