kids and me

... neues vom kinderarzt ...
 
 

suing the teacher

ein neuer sport hält einzug in den schulklassen: sueing the teacher. ever heard of?

ok, ohne uns jetzt komplett den anglizismen hinzugeben: hier gehts darum, lehrer oder ganze schulen zu verklagen , wenn letztere a) nicht die noten verteilen, die erste für richtig halten b) eine nichtversetzung aussprechen, ja sogar c) migrantenkinder in der klasse integrieren oder aber d) schlicht das kind nicht so behandelt wird wie sich das die eltern so vorstellen.

da wird nicht das gespräch gesucht, da wird nicht der elternbeirat angerufen oder ein runder tisch beantragt oder ähnliche vernünftige wege. no, sir. da wird mit dem anwalt gedroht. so. ohne wenn und aber.

was mich daran ärgert, ist nicht alleine das einklagen von recht, dafür sind wir in einem rechtsstaat und jeder hat natürlich diese möglichkeit. ärgerlich ist vielmehr die komplette aufweichung der institution schule. schule als schule, kinder als kinder, lehrer als lehrer im sinne von respektspersonen als lehrende.

wir leben in einer aufgeklärten gesellschaft, und die zeiten sind vorbei, wo ärzte, lehrer und der bürgermeister die einzig ernstzunehmenden institutionen in einer gemeinde waren, neben dem pfarrer oder priester. wir alle sind kritischer geworden, ärzten unterstellt man zunächst mal eigennutz und geldgeilheit statt patientenorientiertes denken. poltikverdruss und null vertrauen in die uns regierenden ist schon seit den siebzigern "in". jetzt sind auch noch die lehrer dran.

fehlt nur noch der pfarrer auf der kanzel. vielleicht kann man den auch noch verklagen, weil gott es wieder mal hat regnen lassen oder die sommerdürre die ernte vertrocknen lässt. naja. dafür sitzen vermutlich zu wenig findige anwälte in den gottesdiensten.

lehrer verklagen. folgen sind vermehrte burnouts bei den lehrenden und vermehrt unerzogene familien. den kindern wird demonstriert, das man noten vor gericht erstreiten kann und papa nur ein wörtchen mit dem lehrer reden muss, und alles ist gerichtet. durch den richter.

unsere kinder werden tyrannen? ui, winterhoff ist sehr weitsichtig - auch das ist teil unseres zeitgeistes. und am ende haben wir wieder psychisch kranke kinder, die psychisch kranke erwachsene werden.

14.5.09 20:30

Werbung


bisher 30 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Anne (14.5.09 21:37)
Gibts dafür eigentlich irgendeine Quelle? Ich nehme in letzter Zeit häufiger wahr, dass bestimmte Phänomene als regelrechte "Epidemien" beschrieben werden, ohne dass je einer statistische Daten dazu herbei bringt. Ähnlich agiert ja Herr Winterhoff.
Natürlich fallen die von ihm beklagten Kinder in der Tram, in Kinderarztpraxen oder anderen öffentlichen Räumrn besonders auf und bleiben viel stärker im Gedächtnis, als alle unauffälligen, wohlerzogenen Kinder. Bei oben benannten Klagen genügen wahrscheinlich ein paar Hundert oder mehr im ganzen Land, um für genügend Empörung zu sorgen, damit es für solcherlei Artikel ausreicht. Ich bin jedenfalls beruflich und privat viel mit Schulen befasst und mir ist kein einziger Fall bekannt. Würde mich also echt mal interessieren, ob es dafür valide Daten gibt.
Im übrigen finde ich es etwas schade, dass hier die netten Anekdoten aus dem Praxisalltag langsam ein bisschen zu oft solchen Boulevardthemen weichen, sorry, Kinderdoc, ich hoffe, das war nicht zu streng formuliert, soll nur mal ein kritischer Hinweis sein.


kinderdok / Website (14.5.09 23:46)
boulevardthemen? oh danke. 1x was zu pharmamethoden und 1x zu lehrerverklagen. na gut.
an einer grundschule meines praxisortes kam es zu einer anzeige an den lehrer wegen einer benoteten 3 statt 2 im zeugnis, angeblich wegen unterbewerteter "mitarbeit" im unterricht und an einer realschule zumindest eine anwaltsdrohung wegen "zuviel ausländern auf dem schulhof". reicht das? ich denke, dass mein gut behüteter mittelstandsdurchschnittsort weder die bronx, noch die upperclass der brd darstellt. es macht halt sorgen, wenn es direkt vor der haustür geschieht.
soweit auch zum thema anekdötchen aus dem praxisalltag - denn das wird auch zu den medizinern getragen und damit zum thema für psychosomatische krankheitsbefindlichkeiten.

aber versprochen: demnächst wieder neues von hinnerk-walter-kevin.



DasPossum / Website (15.5.09 07:49)
Hmmm, ich stelle hier doch extrem Tendentiöses und Verbittertes fest. Aber gut, es ist ja Dein Blog:-)

Also erstmal, kein Mensch ist wohl traurig (außer die Pfarrer, Ärzte, Bürgermeister und Lehrer), daß die Zeit der Obrigkeitshörigkeit vorbei ist.

Ehrlich gesagt, an der Zahl der Kunstfehler gemessen, werden noch viel zu wenige Ärzte verklagt und wenn doch, dann werden die Opfer mit lachhaften Summen abgespeist.

Und was die Lehrer angeht - sicherlich gibt es idiotische Eltern auf dieser Welt. Aber genausoviele idiotische Lehrer, die sich weder durch Gespräche noch durch gute Worte daran gewöhnen können, daß sie keine Allmacht über die Kinder haben. Da hilft nicht mal eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Das war bei mir vor 20 Jahren so und das ist heute nicht anders. Neu ist, daß Eltern Ernst machen und sich nicht mehr alles gefallen lassen.

Klar, es gibt immer Querulanten, die meinen Dschustin-Kevin-Ivan sei ungerecht benotet - es gibt aber auch immer Lehrer, die Animositäten und Uneinsichtigkeiten pflegen. Und denen kommt man der Erfahrung nach mit reinen Gesprächen nicht bei.

Oder anders ausgedrückt: Arschlöcher gibt es auf allen Seiten.


Martha / Website (15.5.09 10:23)
Ách irgendwie schade. Bis das Wort winthoff fiel war ich wieder begeistert von dem Artikel. Aber Winthoff ist der größte Idiot der Welt. Einer, der durchaus clever ist aus Scheiße Geld zu machen. Aber dennoch ist er ein Idiot, der Kinder konditioniert, der sie unterdrückt, ihnen unermüdlich klar macht, wer der Chef im Hause ist ect. Ich glaube, dass genau solche Eltern, die SO mit ihren Kindern umgehen auch solche sind, die Schulen, Lehrer oder von mir aus auch den Staat verklagen.

Der Artikel ist etwas pauschal - leider. Aber es ist nicht mein Blog.

Übrigens kann von meiner Seite aus, der Blog ruhig kritisch bleiben. Ich war begeistern vom Phamakonzern-Artikel! Also bitte mehr davon :-)


Neupapi (15.5.09 11:05)
Das ist doch jetzt mal die Gelegenheit, was nettes loszuwerden. Ich lese seit ein paar Monaten (genauer gesagt: seit ich Papa bin) gerne und regelmäßig mit, und finde den Mix sehr angenehm. Na gut, die Geschichten aus dem Praxisalltag sind lustiger und kurzweiliger, dafür sind die Meinungen zu "Boulevard-Themen" interessanter.

Immerhin gab es schon ein paar nützliche Tips, die ich mitgenommen habe und ein Problembewusstsein zur Impfproblematik.

(Nicht nur) deshalb: Danke für's Bloggen.


Neupapi (15.5.09 11:08)
Nachtrag: Das Winterhoff-Buch fand ich übrigens sehr interessant und aus meiner Sicht als Pädagoge sehr nachvollziehbar. Wie das halt immer so bei Ratgebern ist, man sollte es nicht zu ernst nehmen.


der Landarsch / Website (15.5.09 11:08)
Früher hieß es "wen Gott strafen will, den schlägt er mit Blindheit". Heute heißt es: "wen Gott strafen will, dem schenkt er Juristen".

Sicher gibt es A-löcher, auf allen Seiten. Wir sind schließlich Menschen und jeder hat das Recht (und darf es auch meinetwegen einklagen) sich zum Idioten zu machen.

Das Problem ist aber, dass es kein allgemeines Vertrauen mehr gibt (hat nix mit Obrigkeithörigkeit zu tun). Und dass wir normierte Bewertungen (von Schulnoten bis hin zu "den 1000 besten Ärzten" im Fokus) mehr vertrauen als unserer eigenen Erfahrung: letzendlich stellen wir dabei nur unsere Erfahrung in Frage und vertrauen uns selbst nicht mehr!

Und das wollen wir dann einklagen!
Heilige Santa Simplizitas - bitt für uns!


(15.5.09 11:29)
"Das Problem ist aber, dass es kein allgemeines Vertrauen mehr gibt (hat nix mit Obrigkeithörigkeit zu tun). Und dass wir normierte Bewertungen (von Schulnoten bis hin zu "den 1000 besten Ärzten" im Fokus) mehr vertrauen als unserer eigenen Erfahrung: letzendlich stellen wir dabei nur unsere Erfahrung in Frage und vertrauen uns selbst nicht mehr!" (der Landarsch)
Kann ich so gut unterschreiben.
Bei uns wird das Thema "Lehrer verklagen" in der Uni immer wieder aufgegriffen. Die Gründe dafür sind vielseitig. Man kann Lehrer verklagen, weil:
- sie die falschen/ungerechte/... Noten erteilen
- sie keine Noten erteilen (Schule mit schriftlichen Bewertungen)
- sie einem Schüler mit Durchschnitt 4 eine Beurteilung geben, die klar macht, dass er nicht auf's Gymnasium kann
- sie zu wenig Kinder integrieren (Integrationsschule)
- sie einmal (!) den Versuch wagten in einer Regelschule ein behindertes Kind zu integrieren (das würde die anderen stören und überhaupt und sowieso)
- sie ein Kind nicht an die Schule aufnehmen, die Mama und Papa sich erträumt haben
- ...

Jaja... so ist das halt... Ich will damit meine Berufsgruppe nicht in Schutz nehmen. A-löcher gibt es immer und überall. Ich bin nur dafür, dass jeder (!) genauer hinsehen sollte, bevor er urteilt...


Sina / Website (15.5.09 11:30)
Uuuups, der letzte war von mir...

(spannende Smily-Liste....)


DasPossum / Website (15.5.09 11:40)
Nachtrag: Manchmal holt einen doch das reale Leben ein. Eben gerade habe ich mit meiner Nachbarin gesprochen, die gerade von einer Schulkonferenz kommt. Es ist mittlerweile so, daß teilweise nicht mal mehr die Klassenarbeiten mitgegeben werden, sondern nur noch die Noten den Eltern bekannt gegeben werden. Man weiß also gar nicht mehr, ob es beim Kind hakt oder ob der Lehrer vielleicht eine Niete ist. Die Eltern könnten ja mal einen Blick reinwerfen und Falschkorrekturen erkennen und diese ansprechen.

Und dann wundert sich die Welt, warum a) die Eltern von Kevin-Dustin-Iwan sich nicht mal selbst hinsetzen und an Defiziten, von denen sie ja nicht mal wissen welche das sind, arbeiten und b) warum sie dann auf Herausgabe klagen. Die Schule hat eine Informationspflicht den Eltern gegenüber. Unter anderem.

Ich glaube, wenn Kind Nummer Eins im Sommer in die Schule kommt, lasse ich mich in den Elternrat wählen. Ich hab ja sonst nix im Leben zu tun.


DasPossum / Website (15.5.09 11:49)
Und noch einen Nachtrag, weil es mir vorhin schon so komisch vorkam:

Das Gerundium von to sue wird suing geschrieben. Also ohne e. Du solltest Deinen ehemaligen Englisch-Lehrer verklagen!

Sorry, couldn´t resist!


kinderdok / Website (15.5.09 17:21)
ja. danke. das ist richtig.
mein ehemaliger englischlehrer ist aber schon tot. so.
war ein netter typ.
*fettnäpfchen wegräum*


ix (15.5.09 17:50)
Ich möchte eigentlich schreiben können "ach kinderdok, das sind doch ausnahmen und überhaupt sehen sies doch nicht so eng" - aber aus eigener erfahrung muss ich sagen, solange es nur der anwalt ist... letztes jahr hatten wir 1x einen vater mit gewehr im lehrerzimmer, vorletztes jahr 1x mit messer und 3x die drohung... und das inner kleinstadt aufm lande, nicht in der bronx! ich will mir nicht vorstellen was diese kinder von ihren vätern fürs leben lernen. und ja, es tut mir in meinem linken, europa- und ausländerfreundlichen herzen weh, aber es waren allesamt immigranten aus balkanländer, die nett gesagt mühe mit der vorstellung bekundeten, dass eine frau ihren söhnchen sagte wie sie sich zu benehmen hätten.


Thorsten (16.5.09 13:15)
Ich möchte das hier mal kurz aufgreifen:
" DasPossum / Website (15.5.09 11:40)
Es ist mittlerweile so, daß teilweise nicht mal mehr die Klassenarbeiten mitgegeben werden, sondern nur noch die Noten den Eltern bekannt gegeben werden. Man weiß also gar nicht mehr, ob es beim Kind hakt oder ob der Lehrer vielleicht eine Niete ist. Die Eltern könnten ja mal einen Blick reinwerfen und Falschkorrekturen erkennen und diese ansprechen. "

Damit ist der Sinn und Zweck einer Arbeit aber komplett verfehlt, denn man soll ja aus seinen Fehlern lernen, und damit kann man es gar nicht.
Sollte dies wirklicxh so sein, kann man eigentlich nur annehmen, daß der Lehrer eine komplette Niete ist, der angst hat, daß man ihm auf die Schliche kommt.


Bärbel (16.5.09 14:38)
@DasPossum und Thorsten
In MV z. B. müssen Klassenarbeiten x Jahre von den Schulen aufbewahrt werden. Der Verwaltungsaufwand ist ziemlich hoch, wenn der Rücklauf nicht klappt und die Eltern angerufen oder angeschrieben werden müssen. Könnte sein, dass das der Grund ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Wunsch auf Einsichtnahme in die Klassenarbeit verwehrt wird.
Notfalls kann man das sicher einklagen. ;-)


DasPossum (16.5.09 17:19)
@Baerbel: Prust!!!!


steffi / Website (16.5.09 20:30)
lieber kinderdoc! bitte schreib genau so weiter wie bisher!

und zu diesem post:
ein ganz großes problem ist heutzutage, dass eltern ihren kindern keinen respekt mehr beibringen. so nach dem motto:" der jona-kevin-louis mag zur zeit nicht danke sagen - ist ne phase". wenn kind nicht will, dann muss es auch nix. in der schule dann eben auch nicht und was der lehrer sagt wird erst recht nicht respektiert. habe eine bekannte, die an einer 5ten klasse verzweifelt, weil die kids nicht mal ne schulstunde lang sitzen bleiben. alles muss ausdiskutiert werden und anweisungen werden nicht befolgt bzw. respektiert.

ganz toll ist dann, wenn die lehrer auch noch auf dieser weichspül-welle mitschwimmen. z.b. kinder bekommen die lösungen in mathe mit nach hause, damit sie ihre arbeit kontrollieren können (da wird dann einfach die lösung ins heft geschrieben ohne rechnung, denn ha werden nicht mehr von der lehrerin angeschaut). und in der klassenarbeit gibt es sonderpunkte, wenn man einen gespitzen (!) bleistift benutzt... bei uns gabs eben punktabzug, wenn nicht.

der herr winterhoff ist ein guter mann und mir macht das ganze angst, wie das noch weitergeht....


kinderdok / Website (16.5.09 23:06)
ein schlichtes danke an steffi.


JoJo (17.5.09 11:19)
Recht hat der Kinderdok.
Natürlich gibt es ungerechte Lehrer. Gab es schon immer. Wird es immer geben. Genauso aber auch ungerechte Chefs, ungerechte Bürokraten. Die Welt zeichnet sich eben nicht durch sonderliche Gerechtigkeit aus. So what? Alle verklagen?

Und was die Unerzogenheit vieler Kinder und das "Erziehungs"-System, das dahin steht, angeht: Lest mal die Kindergarten- und Schul-Rubriken im Eltern.de-Forum. Da hat eine Mutter es ernsthaft als Körperverletzung bezeichnet, dass die Erzieherin im Kindergarten von deren widerwilligen Tochter fordert, ihr die Hand zum Abschied zu geben. Da fällt einem nix mehr ein ...


face (17.5.09 12:06)
Hi Kinderdoc,

vor zwei Tagen habe ich schonmal einen Kommentar hierzu geschrieben, der aber scheinbar verloren ging. Also nochmal:

Ich bin ein Jahr vorm Abitur in Hessen und kann aus meinem hiesigen Schulalltag berichten.

Einerseits kann ich den Unmut über gewisse Klagen verstehen. Natürlich gibt es Eltern, die sich da Dinge herausnehmen oder erwarten, die einfach unangebracht sind. Genauso, wie es wohl in jeder Klasse ein oder zwei Schlauberger gibt, die z.B. so lange an ihren Noten rummeckern, bis ein paar Lehrer nachgeben und sie (ungerechtfertigt) verbessern, so gibt es auch Eltern, die dann mit solchen Plänen vor Gericht ziehen.
Allerdings sind solche Fälle auch nur eine Seite der Medaille.

Ehrlich gesagt, mich wundert es kein bisschen, dass jetzt Eltern/Schüler mit ihren Anliegen vor Gericht ziehen. Mich wundert es viel eher, dass das erst jetzt mal vermehrt auftritt.
Zur Begründung dessen möchte ich gerne aus unserem Schulalltag erzählen, einfach mal ein paar Beispiele bringen, was für tolle und fähige Lehrer bei uns doch rumkaspern dürfen:


face (17.5.09 12:06)
Wir haben Lehrer, die suchen sich, wenn sie neue Klassen/Kurse bekommen, binnen der ersten Unterrichtswochen ein paar Lieblinge und ein paar Hasskandidaten. Diesen Ruf behalten die Betroffenen bei diesen Lehrern dann auch, solange sie von diesen unterrichtet werden. Dadurch kommt es vor, dass vergleichbare Leistungen gerne mal zwei Noten auseinanderklaffen, weil der Lehrer eben so entscheidet. Begründet wird das dann mit fadenscheinigen Argumenten wie "mangelnde Sprachqualität" oder "fehlender Textfluss", die absolut überraschenderweise nur dem Lehrer selbst auffallen.

Besonders im Fach PoWi (kurzum, der Politikunterricht) gibt es Exemplare, die benoten nicht die Qualität der Aussagen, sondern wie gut sie ihnen gefallen. Mit der Folge, dass "linke" Statements zu einem Thema als "richtig erfasst" und "gut argumentiert" bezeichnet werden, während "rechte" (z.b. Positionen, wie sie die CDU hat) desöfteren als "am Text vorbei", "nicht richtig verstanden", etc. tituliert werden. Umgekehrt natürlich genauso, hängt ganz vom Lehrer ab.

Auch nicht vorenthalten möchte ich dir/euch eine ganz besondere Spezies Sportlehrer. Der ist so unglaublich motiviert und fürsorglich, der findet nach dem Unterricht in der Halle eine Uhr und muss unverzüglich und ohne wenn und aber in die Mädchenkabine gehen, natürlich während sich alle umziehen, und ganz unschuldig fragen, wem denn diese Uhr sei.


face (17.5.09 12:07)
Oder wie wäre es mit der Art Lehrer, die scheinbar Freude daran haben, schlechte Schüler ordentlich zur Sau zu machen? Das ist bestimmt eine neues Erziehungskonzept, brüll die schlechten Schüler in Mathe vor der ganzen Klasse ordentlich an, dass sie dumm, unfähig und grade für den Bau noch gut genug seien, das motiviert!

Zuguterletzt möchte ich dann noch Schulleitungen anführen, die sich schon prinzipiell gegen jede Abweichung vom Standardkurs verwehren. Die einzige Ausnahme hierzu ist, dass man z.B. mal seine "individuellen Förderungsqualitäten" zur Schau stellt, indem man gönnerhaft ein hochbegabtes Kind ein Jahr überspringen lässt - Dafür will man dann natürlich möglichst nen großen Artikel im lokalen Käseblatt einheimsen.
Handlungen, die ansich selbstverständlich sein sollten, werden aber nur zu gern blockiert. Wäre ja womöglich noch ein Mehraufwand! Und ham wer ja au noch nie so jemacht!


face (17.5.09 12:07)
Das alles waren nur Beispiele, ich könnte noch viel mehr schnattern
Aber um beim Thema zu bleiben: Wer jetzt sagen will "Ja dann legen sie doch Beschwerde ein", der hat wohl ziemlich lange nicht mehr die Schulbank gedrückt oder ein Kind im Schulalter gehabt.
Wo soll man denn bitte Beschwerde einlegen? Bei den Lehrern selbst? Also, seit wann das was hilft, da muss ich was total verpasst haben. Bei uns hat das nur in seltenen Fällen überhaupt etwas bewirkt.
Beim Rektor? Bis da mal was gemacht wird, da kann man auch lange drauf warten. Wieso sollte man auch was gegen Kollegen machen, mit denen man womöglich schon 10, 20 Jahre zusammenarbeitet?
Beim örtlichen Schulamt? Ja wer sitzt da wohl drin? Ehemalige Kollegen der Lehrer. In jeder Stadt bis zu einer gewissen Größe ist es mehr als gängig, dass die Leute im Schulamt mit den Lehrern auf Du sind. Da gilt, genau wie in der Schule, eine Hand wäscht die andere. Es ist bei uns mehr als einmal vorgekommen, dass Beschwerden beim Schulamt einfach unter den Tisch fallen gelassen wurden, will sagen, falls es überhaupt mal zu weiteren Nachforschungen kam verliefen die ganz komischerweise im Sande. Und mir kann keiner sagen, dass das daran läge, dass es keine schlechten Lehrer gibt.
Ganz nach Volker Pispers, ein Lehrer, der behauptet, keine Idioten in seinem Kollegium zu kennen, der kennt aus einem ganz bestimmten Grund keine.
Die letzte, und auf dem behördenweg auch "erfolgreichste" Möglichkeit ist, eine Beschwerde direkt noch in Kopie als Kultusministerium in Wiesbaden zu schicken. Die fragen dann nämlich wenigstens früher oder später nochmal nach, dies führt wenigstens mal zu einem für den Lehrer unangenehmen Gespräch über die in der Beschwerde genannten Probleme. Tja, und das wars dann auch schon. Mehr passiert in aller Regel nicht.


face (17.5.09 12:07)
Und jetzt sag mir mal einer, wie soll man sich als Schüler/Elternteil denn da ernsthaft beschweren gehen, wenn etwas im Argen ist?
Hinzu kommt ja noch, dass die beschuldigten Lehrer normalerweise mitkriegen, wer die Beschwerde gemacht hat. Man kann sich ja wohl denken, was der jeweilige Schüler dann in Zukunft an "Sonderbehandlung" zu erwarten hat. Ich habe zwei solcher Fälle in meinem Jahrgang miterlebt, Mitschüler, die sich ernsthaft einen Aufwand gemacht haben um Gerechtigkeit einzufordern und nicht einfach klein beigegeben haben, wurden praktisch von der Schule gemobbt. Dann sinken rein zufällig die Noten, und die Mitarbeit sei ja auch immer schlechter werdend (fällt aber irgendwie auch nur den Lehrern auf - komisch, oder?). Ohne einen Schulwechsel hat man dann, wie man so sagt, gelitten.
Ganz toll ists natürlich erst, wenn man Beschwerde gegen ein "hohes Tier" in der schulinternen Hierarchie einlegen will. Konrektor oder Fachbereichsleiter zum Beispiel. Wir wissen von Situationen, in denen vermutlich so jemand rangniedrigere, junge Kollegen gedrängt hat, bei solchen Mobbingkampagnen mitzumachen. Und was will ein noch nichtmal verbeamteter Lehrer denn dagegen machen?


face (17.5.09 12:08)
Apropos verbeamtet, genau da sehe ich eines der Hauptprobleme. Bei uns haben Lehrer schon Dinge getan, für die jeder normale Arbeitnehmer fristlos rausgeflogen wäre. Beamte werden schlimmstenfalls "zwangsversetzt". Bevor da mal einer entlassen wird geht die Welt unter. Und genau das wissen diese Problemlehrer auch.
Ich will nicht sagen, dass das alle Lehrer sind, nein. Das ist vielleicht einer von dreien, einer von vieren, einern von fünfen. Und genau diese Charaktere machen den Kindern doch das Leben in der Schule unangenehm. Und dagegen müsste man mal ordentlich was machen.

Und genau deshalb wundert es mich auch kein bisschen, dass jetzt Eltern vor Gericht ziehen.
Ich finde das ehrlich gesagt sogar richtig gut. Die blöden, ungerechtfertigten Fälle kommen ja vor Gericht nicht durch, da muss ja niemand was befürchten. Und etwas Anzeigen, ja, das ist unser gutes Recht. Und die Richter entscheiden eben, ob es gerechtfertigt ist.

Ich hoffe, dass solche Klagen noch mehr zunehmen, damit endlich mal die schlechten Lehrer kapieren, dass sie jetzt doch noch mehr Probleme kriegen können, wenn sie sich nicht mal besser benehmen.

Für die Kinder!
face


tessy (17.5.09 17:51)
Das Phänomen ist alt. Wenn mein Vater als Gymnasiallehrer ein Abitur zu betreuen hatte, hat er schon vor 20 Jahren immer eingeplant, dass anschließend mindestens einer der durchgefallenen Schüler (oder dessen Eltern) das Abitur einklagen würde (bestenfalls wurde meist nur eine Wiederholung herausgeholt). Das bedeutete, dass uns nicht mal die Sommerferien blieben, da mein Vater immer schon in allen anderen Ferien Klassenarbeiten, Abiturklausuren o.Ä. vorbereitete oder korrigierte. (soviel zum Thema faule Lehrer). Meist war es eine Arbeit die völlig Umsonst war (zumal er als Mathelehrer viel bessere Möglichkeiten hatte seine Benotung zu belegen.


Frau Krümelsche / Website (18.5.09 11:03)
Hallo Herr Kinderdok,

da Sie wiederholt Herrn Winterhoff ansprechen: Ich mochte ja seine Ansätze in den diversen Interviews, habe mich aber jedes mal geärgert, dass er immer nur anprangert, aber keine Lösungen präsentiert (darin sind ja eigentlich die meisten Menschen recht gut). Nachdem ich mich bisher aus diesem Grunde geweigert habe, seine Bücher zu kaufen, hier die Frage an Sie: Setzt er dies in den Büchern fort oder beschränkt sich meine Kritik auf die Interviews?

Liebe Grüße aus München!


kinderdok / Website (18.5.09 20:55)
nein, er ist da ähnlich wie in den interviews. aber das ist auch in ordnung, schließlich ist er kinder- und jugendpsychiater, d.h. er führt familien an eine weggabelung, den weg müssen alle selbst gehen.
ihn stört gerade, dass es zuviele erziehungsberaterbücher gibt, die wieder den eltern vorexerzieren, wie sie´s nun zu machen haben.
sein weg: aufzeigen, warnen, überdenken. selbsterkenntnis und intuitives handeln.
ich habe auch immer nach praktischen lösungen in seinen büchern gesucht, man muss sie zwischen den zeilen finden. dann geht das auch.


croco / Website (19.5.09 23:36)
Danke.Danke!

Wollen Sie Beispiele?
Ein Schüler fällt durchs Abitur.
Er klagt sich durch zwei Instanzen mit der Begründung, der Stoff sei nicht behandelt worden, und es gäbe Rassismustendenzen gegen ihn, in der Kombination.
Mit seinen Beweisen haperte es leider, doch die Kollegen hatten viel Arbeit, Ärger und Gerichtstermine.
Bis der letzte Richter zum verhinderten Abitureinten sagte, er solle endlich den Mund halten, sonst würde ihn der Lehrer noch wegen Verleumdung verklagen.
Gute Idee, dachte ich!


dsafd (30.6.09 17:03)
TradeTang is your dream come true for all your wholesale products shopping needs. Our inexpensive selection of quality wholesale merchandise is out of this world. We sell everything you can imagine from MID Devices to MP3 Players & Accessories and MP4 Players & Accessories to MP5 Players & Accessories. If you are buying bulk merchandise for an Other,shop, then our trading line of clothes, jewelry, flip-flops and shoes are perfect for you. We also carry incredible wholesale supplies that would be great at cheap products or China Wholesale.
Well begun is the half done. Please choose our platform to shorten your way to the success.