kids and me

... neues vom kinderarzt ...
 
 

elternsachen

geschummelt

ich: “was issen das?”
bobele: “ein hammer.”
ich: “und was macht man damit?”
bobele: ” … “
ich: “hast du eine idee?”
bobele: ” … ” macht eine vage klopfbewegung.
arzthelferin: “chef, kommen sie kurz, sie müssen hier noch die einweisung abzeichnen.”
ich entschuldige mich, gehe kurz aus dem zimmer, schreibe meinen karl-gustav und gehe wieder ins zimmer zurück.
ich: “so, wo waren wir. also der hammer. was macht man damit?”
bobele: “damit kann man nägel in die wand klopfen, um ein bild aufzuhängen.”
ich: lobende worte für´s bobele, strafende blicke für die mutter.

so geht´s natürlich auch.

kids and me 2.0 - take a look. 

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interessante gedankengänge

ich hatte schon mal berichtet, dass man manchmal hören kann, was eltern mit ihren kindern im nachbarzimmer so erzählen. heute bin ich zeuge eines interessanten gedankenganges geworden.

mutter: "noch ein moment, dann kommt die kinderärztin."
kind: "murmelmurmel."
mutter: "jaja, keine sorge, die macht nichts."
kind: "murmelmurmel."
mutter: "du kennst sie ja, die ist ja ganz lieb."
kind: "murmelmurmel."
usw.

dann bin ich rein ins zimmer. da sitzt eine zwoeinhalbjährige auf dem schoss der mutter. vertretungspatient.
mutter: "ach guck, das ist gar nicht die frau doktor, das ist ja ein onkel doktor."

tochters augen werden grösser und grösser.
die untersuchung und dergleichen gingen dann ohne probleme vonstatten, aber am ende konnte ich doch nicht umhin, meine frage loszuwerden:
ich: "wusste ihre tochter denn, dass sie heute bei einem anderen arzt ist?"
mutter: "nein nein. ich habe ihr gesagt, wir gingen zu ihrer bekannten kinderärztin. sonst regt sie sich doch nur auf."

hä? wtf? 

suing the teacher

ein neuer sport hält einzug in den schulklassen: sueing the teacher. ever heard of?

ok, ohne uns jetzt komplett den anglizismen hinzugeben: hier gehts darum, lehrer oder ganze schulen zu verklagen , wenn letztere a) nicht die noten verteilen, die erste für richtig halten b) eine nichtversetzung aussprechen, ja sogar c) migrantenkinder in der klasse integrieren oder aber d) schlicht das kind nicht so behandelt wird wie sich das die eltern so vorstellen.

da wird nicht das gespräch gesucht, da wird nicht der elternbeirat angerufen oder ein runder tisch beantragt oder ähnliche vernünftige wege. no, sir. da wird mit dem anwalt gedroht. so. ohne wenn und aber.

was mich daran ärgert, ist nicht alleine das einklagen von recht, dafür sind wir in einem rechtsstaat und jeder hat natürlich diese möglichkeit. ärgerlich ist vielmehr die komplette aufweichung der institution schule. schule als schule, kinder als kinder, lehrer als lehrer im sinne von respektspersonen als lehrende.

wir leben in einer aufgeklärten gesellschaft, und die zeiten sind vorbei, wo ärzte, lehrer und der bürgermeister die einzig ernstzunehmenden institutionen in einer gemeinde waren, neben dem pfarrer oder priester. wir alle sind kritischer geworden, ärzten unterstellt man zunächst mal eigennutz und geldgeilheit statt patientenorientiertes denken. poltikverdruss und null vertrauen in die uns regierenden ist schon seit den siebzigern "in". jetzt sind auch noch die lehrer dran.

fehlt nur noch der pfarrer auf der kanzel. vielleicht kann man den auch noch verklagen, weil gott es wieder mal hat regnen lassen oder die sommerdürre die ernte vertrocknen lässt. naja. dafür sitzen vermutlich zu wenig findige anwälte in den gottesdiensten.

lehrer verklagen. folgen sind vermehrte burnouts bei den lehrenden und vermehrt unerzogene familien. den kindern wird demonstriert, das man noten vor gericht erstreiten kann und papa nur ein wörtchen mit dem lehrer reden muss, und alles ist gerichtet. durch den richter.

unsere kinder werden tyrannen? ui, winterhoff ist sehr weitsichtig - auch das ist teil unseres zeitgeistes. und am ende haben wir wieder psychisch kranke kinder, die psychisch kranke erwachsene werden.

papagei

setting: fünfjährige tochter, mutter, kinderdok. untersuchung.

ich: "oh prima, unterhemd ist schon ausgezogen, dann höre ich dich mal ab."
mutter: "jetzt hört der onkel dich mal ab."
ich: "so, dann schaue ich noch in die ohren."
mutter: "nur kurz ohren schauen, nicht schlimm."
ich: "alles klar, und noch den mund auf."
mutter: "komm, mach schön den mund auf."
ich: "legst du dich mal hin, dann taste ich noch deinen bauch ab."
mutter: "legst dich schön hin, passiert nichts."
ich: "also wunderbar, dann setz dich mal wieder."
mutter: "setz dich mal wieder."
ich: "wie alt bist du denn schon?"
mutter: "komm sag, wie alt bis du?"
tochter: "..."
mutter: "bist du vier oder fünf?" 
tochter: "..."
ich: "kannst mirs auch mit den fingern zeigen."
mutter
: "bist du fünf?"
tochter nickt. lässt die hand wieder sinken.
ich: "hast du denn arge halsweh? oder gehts mit dem essen und trinken."
tochter mund öffnet sich.
mutter: "essen geht schon. gell, marlies-susann?"
tochter nickt.
ich, erstmals zur mutter: "also, sie hat einen leichten racheninfekt, ist nicht so schlimm, ein wenig rot, nichts eitriges. da darf sie was lutschen, viel trinken. das wird schon."
mutter: "siehst, marlies-susann, alles nicht so schlimm beim onkel dokter."
ich: "also tschüss, marlies-susann." reiche ihr die hand.
tochter versteckt sich hinter der mutter.
mutter: "naja, das macht sie nicht so gern, sie ist immer sooo schüchtern." 

vateraufgaben

hintergrund: u7a, 3 jahre alter grieche, mutter (spricht nur griechisch), vater (spricht gebrochen deutsch), kinderdok (des griechischen nur leidlich mächtig).
entscheidender hintergrund: einziger sohn, drei ältere schwestern.

vater: "abba, weißt, mache immer noch pipi in pampers."
ich: "haben sie ihn denn schon mal auf die toilette oder das töpfchen gesetzt?"
vater: "weißt, sage, toilette ist nur für frauen."
mutter: lacht, macht auf griechisch vermutlich anzügliche bemerkung.
ich: "ja gut, vielleicht sieht er auch immer nur seine schwestern und seine mutter auf toilette gehen."
vater: "ja, ich nix viel zu hause. weißt."
ich: "wie oft war er denn schon bei ihnen als vater mit auf toilette?"
vater stirnrunzelnd: "hä? nicht verstehen. achso! nein, gar nicht."
ich: "verstehen sie? er sieht nur die schwestern und mama zur toilette gehen, vater aber noch nie, also ist toilette nur für die frauen."
vater: "aaah!" denkt nach.
da er noch nicht so überzeugt war, habe ich ihn ein wenig beseite genommen:
ich: "jetzt gehen sie mal am wochenende mit ihrem stavros-christos-yani als vater und sohn in die natur, stellen sich mal irgendwo an den wegesrand und zeigen ihm mal, wie man das als mann so macht beim pinkeln."
ich kann nicht glauben, dass ich das wirklich gesagt habe.
vater: "meinen sie? aha."
spricht dann auf griechisch zu seiner frau.
mutter: lacht, macht auf griechisch vermutlich anzügliche bemerkung.
vater: "gut. doktor? machen wir. weißt: stavros-christos-yani und ich heute nachmittag gehen in wald. baum pinkeln." grinst über beide ohren.

super. und morgen kommt der hiesige förster oder dorfpolizist oder das ordnungsamt bei mir vorbei und erzählt mir, ich hätte einem vater geraten, mit seinem sohn in den wald pinkeln zu gehen.

 

kurze weisheit zum abend

je später die sprechstunde, desto unerfahrener die eltern und desto aufwändiger die beratung.

ungelogen gestern und heute jungen eltern mit jeweils zweiwöchigen säuglingen über jeweils 30-40 minuten verklickert, wie man a) stillen und flasche auf die reihe bekommt b) den nabel richtig pflegt c) dass man mit einem säugling auch spazierengehen kann d) wie ein normaler neugeborenenstuhlgang aussieht e) was dieses pickelchen und solches hippelchen bedeutet und f) welche vorsichtsmaßnahmen es gibt, dem plötzlichen kindstod ein schnippchen zu schlagen. und so weiter und so fort.

hallo, bin ich hebamme oder was? manchmal denke ich, die hebammen hier im umkreis geben überhaupt kein wissen mehr weiter, hauptsache auf du mit den eltern und hauptsache schon mal ein paar globuli dagelassen. aber eine normale solide wochenbettberatung bekommen die nicht hin.

ok ich steigere mich jetzt etwas rein, es gibt auch hier solche und solche, und alle mitlesenden hebammen sind natürlich ausgenommen - aber heute hats mir echt gereicht.

und ja: dafür sehe ich keinen cent. keinen cent. null. nix. alles privatvergnügen. 

gehts besser?

"na, sie und ihr team sind aber auch froh, dass die erkältungswelle ein bissel abklingt, oder?"

sagte eine mutter heute zu mir und rettete damit den tag, die woche und die ganzen vergangenen zwei monate, angefüllt mit richtig und richtig lang kranken kindern, genervten ungeduldigen eltern, ausfällen im personal und bei sich selbst - kurzum dem klassischen jahresanfang. danke. 

heilpraktiker-lohn

... und wieder aus der reihe "da bleibt einem nur der mund offenstehen".

neunmonatiger knirps, "normale" erkältung, kein drama, nase läuft, sonst alles wirklich ok. also untersuchung wie üblich, nasentropfen, warme worte, verabschiedung, händeschütteln und beim hinausgehen:

mutter: "naja, ich war dann mal noch gestern beim heilpraktiker."
ich: "aha. ok."
mutter: "na, weil die erkältung doch schon ein bisschen geht seit letzter woche, und da wollte ich nicht gleich irgendwelche hammer aus der apotheke geben."
(und warum kommen sie da nicht zuerst zu mir, bei mir gibts nie hammer, aber das stört die leute ja immer so)
ich:
"und welche ausbildung hat der heilpraktiker?"
mutter: "äh. naja, der ist eben heilpraktiker."
ich: "ok. was hat der denn gefunden beim justinmariotom?"
mutter kramt in ihrer handtasche. ".... hat das verschrieben."

schicker weißer zettel mit esoterischem logo, marke ´privatrezept´ für arme. drei mittel mit xyz-verdünnung, globuli, und ... handschriftlich ergänzt: babix.

mutter: "er hat gesagt, justinmariotom habe eine leber und nieren schwäche."
ich: " oh. hat er ihn so genau untersucht?"
mutter: "neinnein. er hat ihm nur in die augen geschaut."
ich: (prima - irisdiagnostik - ganz grosses kino) "aber sonst nicht untersucht?"
mutter: "neinnein. soviel zeit war ja gar nicht, nach zehn minuten war ich wieder draußen."
kurze sammlungspause meinerseits.
ich: "ganz ehrlich? ich halte das für schindluder sondergleichen. leber und nierenschwäche? so ein quatsch. das schürt nur ihre angst und investiert in den nächsten besuch."
mutter: "ja, genau, ich soll nächste woche nochmal kommen."
ich: "alles klar." - nochmals kurze sammlungspause. - "... sparen sie sich besser das geld mit den globuli, übers babix haben wir ja schon mal gesprochen - und beschränken sie sich zunächst mal auf die nasentropfen."
mutter: "naja, sparen ist gut."
ich: "wieso? was hat er denn berechnet?"
mutter: "vierzig euro für die zehn minuten."

da ... blieb mir der mund offenstehen.

aber mein großhirn begann zu rechnen - vierzig euro pro zehn minuten, macht einen stundenlohn von zweihundertvierzig euro, macht einen tagesverdienst von - sind wir brav - tausendvierhundertvierzig euro bei sechs stunden arbeitszeit - macht einen monatsverdienst von achtundzwanzigtausendachthundert euro. klar kann man so nicht rechnen, aber irgendwo schon. irgendetwas mache ich wohl falsch.

wie das?

bobele mit erkältung, übliche untersuchung, ohrengucken, halsschauen und eben auch ... klar ... abhören.

ich: "ja, der hat eine gute erkältung, dabei auch eine bronchitis."

stille. mutter schaut verständnislos.

ich: "also eine bronchitis , eine entzündung in den bronchien, das sind die luftwege in die lunge hinein."

nochmals pause. es rattert.

mutter: "aha. und wie haben sie das jetzt erkannt?"
ich (wtf?): "weil ich eine bronchoskopie, ein computertomogramm, eine obduktion gemacht ihn grade abgehört habe?"
mutter: "aah!" schaut sehr beeindruckt. 

stille.

mutter: "aber in den ohren hatter nichts?"
ich: "nein. die ohren sind ok."
mutter: "hamse doch gar nicht geguckt."
ich: "doch hab ich."
mutter: "nee, hamse nich."
ich (halte das otoskop mit dem trichter hoch - eindeutige cerumen reste): "doch hab ich."
bobele: "ja, hatter."
mutter: "aha. also anne ohren hatter nichts?"
ich: "alles ok. bronchitis."
mutter: "sindsesicher?"
ich: "yup."
mutter: "aha. ok." 

peinliche steigerung

"...nein."

"...nicht zu Hause."

"...nur auf dem balkon."

"...nur in der küche."

"...nicht im gleichen zimmer."

"...nicht neben ihr."

"...ja."

auf meine frage, ob in der familie geraucht wird. wann immer ein säugling mal länger als zwei wochen hustet. 

natürlich auch noch mit der variante zwei multiplizierbar.